ich sehe ihn noch heute vor mir— den sie aus irgendeinem Material, das eınes der Mädchen aus der Fabrik mitbrachte, geschnitzt hatte, war ein wirkliches Kunstwerk. Dieser Buddha hatte ein Lächeln. das ver- blüffte, bei der Jugend und Unerfahrenheit der Schöpferin verblüffen mußte. Ihre Schöpfungen schuf sie fast ohne jedwede Hilfsmittel, nur mit einem primitiven Messer.
Ein sehr trauriges Kapitel waren unsere drei schwangeren Frauen. Eine von ihnen war noch ganz jung und im Februar bereits im achten Monat. Es ließ sıch nicht mehr verheimlichen, ihr Zustand war zu sehr ins Auge fallend, als daß wir die Zahl der Monate hätten heruntersetzen kön- nen. Diese Frauen litten furchtbar unter Hunger und Angst um ihr eigenes Schicksal und das ihrer ungeborenen Kinder, und wir mit ihnen. Diese Angst war leider nur allzu begründet, denn eines Tages kam der Betehl„Fertigmachen zur Abreise“, und unsere Kameradinnen wurden nun unter Bewachung von drei Aufseherinnen nach Bergen-Belsen ge- bracht Eine von den drei Frauen überlebte es wie durch ein Wunder, die anderen starben und ebenso ihre Kinder, die sie dort noch zur Welt brachten.
Wir hatten einen deutscharischen Häftling unter uns. Eines Morgens war sie da, halb totgeprügelt, mit den schrecklichsten Wunden am ganzen Körper Sıe war des intimen Verkehrs mit einem Gefangenen angeklagt, und als härteste Strafe wurde die jüdische Haft über sie verhängt. Im Anfang waren wir sehr mißtrauisch, mußten aber allmählich sehen, daß sie wırklich ganz harmlos und ungefährlich war. Vor Weihnachten war sie sehr unglücklich und niedergeschlagen, so daß wir ihr, um sie ein wenig aufzurıchten, ein richtiges Weihnachtsfest arrangierten.
Ich selbst war unterdessen Ordonnanz des Betriebsleiters und der leitenden Ingenieure geworden, außerdem versah ich mit noch einer Kameradin den Dienst als Lagerleiterin Ich hatte es eigentlich ganz gut auf diesem Posten, ließ er mir doch, obwohl mich Aufseherinnen über- allhin begleiteten, eıne gewisse Bewegungsfreiheit. Auch wenn ich gar nichts tat, hatte ich immer als Alibi den Kübel und Besen bei mir und konnte herumhorchen, was in den Büros telefoniert wurde Der Betriebs- leıter, wenn ich einen Augenblick mit ihm allein war, sprach sein Be- dauern über unsere Situation aus, war aber jemand in der Nähe. gab er seine Befehle sehr barsch und kurzangebunden. Der leitende Ingenieur
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