ben, so gerne ich es auch täte. Ja, ich kann nur sagen, nie soll der Mensch soviel aushalten müssen, wie er aushalten kann und nie soll ein Mensch sehen müssen, wie dieses Leiden höchster Potenz nichts Menschliches mehr hat Es gibt wohl Momente, wo sich die Menschen aneinanderklammern, einander stützen, aber nur dann, wenn alle nackt sind und nichts haben, um auch ihre Blöße zu verdecken. Da sind sie wirkliche Brüder.
Gut war es, daß die Bedürfnisse des Körpers auf ein Minimum herabgeschraubt waren, zum Teil infolge einer gewissen Disziplin, zum Teil infolge unseres Seelenzustandes. Man benützte den Kübel so wenig als möglich, aß fast nichts und empfand auch den Durst nicht allzu qualvoll. Ich sah z. B. keinen ohnmächtig werden, keinen toben.
Wir waren tief in Schlesien, sahen Breslau, Gleiwitz an uns vorübergleiten und wußten, daß nun Birkenau nicht weit sein konnte. Es war bereits dunkel, der zweite Reisetag. und wir hatten vom Kriege noch nichts gesehen Das machte uns mutlos da laut Theresienstädter Rundfunk, die Russen nicht weit von Schlesien seien und wir die irr- sinnige Hoffnung hegten, daß wir Birkenau vielleicht aus diesem Grund nicht mehr erreichen könnten.
Wir sahen nach oben abgeschirmte Lampen, fast keine Bombentrichter, hörten keınen Alarm und bemerkten von der Nähe der Front überhaupt keine Spur. Unser bemächtigte sich große Erregung: der Wunsch, heraus aus dem plombierten Wagen zusammen mit der Angst vor dem kommen- den Uingewissen brachte uns in den heftigsten Widerstreit der Gefühle. Man zog sich an, zog sich wieder aus, stritt um die Fensterplätze, suchte sein Gepäck zu erreichen, wiederholte geschlossene Vereinbarungen, gab einander Ratschläge, schaute sich an in tiefster Hilfslosigkeit.
‚Das Handgepäck meines Mannes fiel in den Unrat, was einen noch nie gesehenen Wutanfall bei ihm auslöste Ich weiß es. ich fühle es noch heute, das war für mich ein Alarmzeichen, denn in mir wurde auf einmal alles eiskalt, ich erstarrte gleichsam und fühlte Gefahr, höchste Gefahr.
Ges war der Brotsack meines Mannes, in dem sich die, wie wir glaubten, notwendigsten Dinge befanden. Daß man auch ohne diese sogenannten notwendigsten Dinge leben kann, das erfuhren wir später nur allzu
gründlich.
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