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jemand vorüberging, riefen wir mit angstgepreßten Stimmen,„wohin fahren wir, bitte sagen sie uns, wohin wir fahren“.
Unterdessen floß der Kübel mit Unrat über, machte das Trinkwasser unbrauchbar, beschmutzte unser Gepäck und uns selbst. Unruhe wechselte mit müder Stumpfheit. Die besonders Geschickten hatten sich allmählich ein Plätzchen zum Liegen zurecht geschoben, andere konnten kaum stehen. Einer schlief etwas erhöht über mir, ein großer, schwerer Mann, und im Schlaf fiel er immer über mich, nachdem auch ich für Minuten in einen Halbschlummer gesunken war. Das entnervte mich so(noch heute schäme ich mich dessen), daß ich anfıng zu weinen, das letzte Mal während der ganzen Konzentrationshaft Resultat, daß mein Mann um einen Platz für mich kämpfte. Immer werde ich es vor mir sehen, das arme verstörte Gesicht meines Mannes. Das mußte furchtbar für einen Mann sein, seine Frau und Kinder so leiden zu sehen, ohne helfen zu können. Da waren Männer, die im Kriege ge- kämpft hatzen und da waren sie doch Männer unter sich und jetzt mit Frauen und Kindern, das raubte ihnen die letzte Kraft, so daß wir Frauen oftmals die Stärkeren sein mußten.
Wenn die Gefahr von überall lauert, Du nicht weißt, von wo sie kommt und wie sie aussieht, eingesperrt bist in einen fahrenden Kasten, in dem Du kaum atmen kannst, wo einer den anderern fast erdrückt mit seinem Haß und seiner Körperlichkeit, da kannst Du Dich nur hineinflüchten in rettende Stumpfheit.
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Wir fuhren durch Schlesien, was konnte das anderes bedeuten. als Birkenau-Auschwitz.
Wir wußten nur von Birkenau, daß man vom Manne getrennt und durchsucht wurde, von da ging es weiter in die verschiedenen Arbeits- lager. Der Gedanke an die Trennung war bitter, war man doch schon einen langen schweren Weg gemeinsam gegangen, aber man tröstete sich, es wird nicht mehr lang dauern, machte einen Plan, wo und wie man sich nach dem Krieg treffen und Nachricht geben würde.
So hilft sich der Mensch, klammert sich an irgend etwas, verliert es, greift nach etwas anderem und erliegt immer wieder einer Selbst-
‚ täuschung, die ihn hält. Ich kann kein Heldenepos des Menschen schrei-
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