Ihnen bekannt.“-— Walter Poller:„Im Sommer 1939 bekam ich Paul Schneider zum erstenmal aus nächster Nähe zu Ge- sicht. Er wurde von dem SS-Scharführer Sommer plötzlich in das Häftlingsrevier gebracht. Welch ein Anblick! Niemals habe ich die tiefe Tragik des Pilatuswortes ‚Ecce homo‘ er- schütternder gefühlt. Das große edle fahlgelbe Gesicht mit den hellen offenen Augen leidzerfurcht, und doch voli jener Verklärung, die edelstes Menschentum und entschlossener Wille auf jede Kämpferstirne legt. Der Körper abgemagert
[ele- zum Skelett, die Arme unförmig geschwollen, an den Hand- ben. gelenken blaurote, grüne und blutige Einschnürungen und 9 jn- die Beine— es waren keine Menschenbeine mehr— es waren Sonst Elefantenbeine- Wasser! Wir, die wir viele, viele Häftlinge amt- schon hatten an Kreislaufstörungen sterben sehen, standen Noch vor einem Rätsel: Wie war es möglich, daß dieser Mensch noch lebte?! Daß er in diesem Zustande, zwar unbeholfen geht und wankend, aber doch noch aus eigener Kraft den langen lurch Weg über den großen Appellplatz durch die endlos lange inen Barackenreihe und durch den Wald hinunter ins Häftlings- indie revier zu gehen vermocht hatte?!...“ che Auf einem dieser Gänge ins Revier hatte Paul eine Begeg- ellte nung mit einem Koblenzer Kameraden, Peter Propst. Sie de konnten einige Worte miteinander reden. Paul sagte etwa: Auch„Ich habe dicke Füße und auch schon Herzwasser. Es ist Fe keine Stelle an mir, die nicht blau geschlagen wäre. Man hat an mir Spritzen gegeben; seit der zweiten Spritze ist das Herz 8 furchtbar unruhig. Ich werde wohl nicht mehr lange leben. hung Ich will dich zum Abschied segnen und auch für dich beten, vier, 1 daß du auf den rechten Weg kommst.“ 1 an- Über Pauls Tod sind wir uns soweit klar, daß er durch den ner Lagerarzt vorsätzlich durch eine überdosierte Strophantin- Ein spritze und darauf folgende intensive Lichtbestrahlung her- Abk beigeführt wurde, wie W. Poller in seinem Buch„Arztschrei- M N ber in Buchenwald“(S. 158 ff.) berichtet.— Al lfred Leikam ke e ist bestätigt dies insofern, als er persön lich mit einem Chemiker I h
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