Liebe, zeuch uns in dein Sterben;
laß mit dir gekreuzigt sein,
was dein Reich nicht kann ererben; führ ins Paradies uns ein.
Doch wohlan, du wirst nicht säumen, laß uns nur nicht lässig sein;
werden wir doch als wie träumen, wenn die Freiheit bricht herein.
Abends um einhalb sieben Uhr bekam ich folgendes Tele- gramm:„Paul Schneider, geb. 29. 8. 97, heute verstorben. Falls Überführung auf eigene Kosten erwünscht, Antrag in- nerhalb 24 Stunden an das Bestattungsamt in Weimar, sonst Einäscherung. Lagerkommandant Buchenwald.“(Nach amt- licher Mitteilung ist der Tod 10.40 Uhr eingetreten.) Noch in derselben Nacht fuhr ich nach Weimar.
Aus den verschiedensten Mitteilungen der Kameraden geht hervor, daß Paul in den letzten Monaten seiner Haft durch ein Herzleiden sehr geschwächt war. Wir können aus seinen Briefen u. a. feststellen, daß er im letzten Brief den ständi- sen Ausdruck„gesund und munter“ nicht mehr gebraucht hat.- Brief von H. Mißlitz:„In den letzten Monaten stellte sich Herz- und Kreislaufschwäche ein, die vor allem in den Füßen Wasser zur Folge hatte. Letztere hatte natürlich auch das lange Stehen bei Fesselungen zur Ursache gehabt. Zu- erst kümmerte man sich nicht um die zunehmenden Krank- heitserscheinungen und ließ ihm keinerlei Pflege zuteil wer-
den. Erst kurz vor seinem Tode wurde er unter Bewachung
von Sommer oder einem anderen Massenmörder ins Revier gebracht. Die Häftlingssanitäter haben zweifellos, wie in an- deren solchen Fällen, auch ihr Bestes getan. Mit ambulanter Behandlung ist in solchen Fällen natürlich nichts getan. Ein Freund von mir, Helmut Thiemann aus Werdau/Sa. half Pfr. Schneider bei den Besuchen des Reviers durch Rotlicht u. a., was nur irgendwie in seinen Kräften stand. Das Ende ist
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