HEIMATUNDKINDHEIT
Der ist in tiefster Seele treu, der die Heimat liebt wie du
Fontane
Paul Schneider nannte sich einen„einfachen, bäuerlichen Pfarrerssohn“, er war seinem Wesen nach dem Bauern- tum verbunden. Seine Kindheit im Pfarrdorf seines Vaters, in Pferdsfeld, Kreis Kreuznach, hat die Liebe zur Natur, zu Tieren und bäuerlichen Menschen tief in seine empfindsame Seele eingedrückt. Hier war sein„Kindheitsparadies“. In einem Gemeindebrief ‚aus dem Urlaub‘ schreibt er 1931: „Wie wohl wir daran tun, die Heimaterinnerungen, die Heimatkunde und die Heimatliebe zu pflegen, merke ich in diesen Tagen sonderlich, da ich in dem Lande weile, wo meine Wiege gestanden hat und das mir die Eindrücke der Kindheit vermittelt hat. Das Dörflein hoch im Wiesengrund des beginnenden Hoxtbachtales gebettet, der machtvoll auf- gebaute Soonwald im nahen Blickfeld, die alten niedrigen Häuschen, die Winkel und Ecken des Dorfes, die Leute, zum Teil noch die alten Gestalten der Kindheit, der plät- schernde Röhrenbrunnen jetzt wie einst: wie nimmt das alles die Seele in einer guten und starken Liebe gefangen, wie ruht da Leib und Seele so gern aus im Schoße der Heimat.“ 1925 schreibt er in sein Tagebuch:„Heimatluft ist balt Heimatluft und diese Naturgebundenheit können wir wohl überwinden, aber nie verlieren.“
Vater Schneider stammte aus einer reformierten Elberfelder Kaufmannsfamilie. Seine Tante, Lehrerin an der Elberfelder Mädchenschule, war dem mutterlosen Kind Erzieherin und geistliche Führerin. Durch sie kam er unter den Einfluß Kohl- brügges, doch wurde er von Pastor D. Krummacher in der
II


