Druckschrift 
Der Prediger von Buchenwald : das Martyrium Paul Schneiders, geboren am 29. Aug. 1897, gestorben am 18. Juli 1939 / herausgegeben mit einem Geleitwort von Prof. D. Heinrich Vogel
Entstehung
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VORWORTDES HERAUSGEBERS

Wer dies Buch gelesen hat, wird mich begreifen, wenn ich als erstes gestehen muß, daß ich am liebsten kein Wort da- vor- oder dazusetzte, sondern die Aufgabe des Herausgebers wirklich nur darin sähe, an seinem geringen Teil dazu zu helfen, eine große Gabe weiterzugeben, damit der heimliche Segen überströme.

Als ich jemand, der das Manuskript dieses Buches vor der Drucklegung lesen durfte, fragte, wie es ihm damit gegangen wäre, bekam ich die Antwort:Alles, was ich vorher für Glauben hielt, war Geschwätz, bestenfalls befand ich mich im Vorhof... Ich kann mir nicht denken, daß einer diese Blätter läse, ohne sich im letzten gefordert und in Frage ge- stellt zu finden.

Ich kann mir aber auch erst recht nicht denken, daß es je- mand zu Ende läse, ohne überwältigt zu werden von dem leuchtenden Geheimnis eines Sieges, der mitten in der Nie- derlage triumphiert.

Ja, es ist ein Buch, in dem auch Grauenvolles berichtet wird, Dinge, die so sind, daß es einen im Halse würgt.... Aber es ist darin alles so ganz anders als in jener Literatur un- serer Tage, die vom Grauen der Nackten und Toten, aber nicht von der Überlegenheit der Gnade zu sagen weiß. Dies Buch ist gar keinliterarisches Erzeugnis und, wenn man so will, überhaupt keinBuch, sondern... ja, was denn? Sagen wir: ein einziges lautes Rufen, und zwar von Gott her, im Namen des Gottes, der sich für uns kreuzigen ließ und uns an seinem Auferstehungssieg beteiligt.

Ein Rufer Gottes mitten in der Wüste des KZs, mitten unter den Erniedrigten, Beleidigten und Entrechteten, selbst einer der Elendsten unter all den Elenden, das war dieser

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