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geführt glauben. Vielleicht, daß wir den Segen der Trübsal schon bald in neuem Beieinandersein genießen dürfen, wo ich Dir dann ein ordentlicherer und liebevollerer Ehegatte sein will. Vor allem aber geschieht uns die zeitliche Tren- nung ja darum, daß wir uns ewig wiederhaben sollen.— Ich schrieb Dir zuletzt vor 14 Tagen. Seitdem geht es mir im ganzen unverändert, ich bin noch gesund und munter.- Was werdet Ihr nach dem Urlaub in D. wieder erlebt haben? Meinen Vorschlag für Leo betreffs baldiger Heirat meinte ich ernst, die beiden sind ja alt genug und die Existenzfra- gen sind uns doch eigentlich recht klein geworden und gar nicht mehr vorhanden, wo uns etwas zur Glaubensfrage ge- worden ist. Den Lieben grüße ich besonders herzlich in der Zuversicht, daß er mein Fernsein an den unmündigen Kin- dern reichlich erstattet.... Wie sehne ich mich mit meinen Kinderlein fröhlich zu sein! Mit warmem Herzen gedenke ich Euer.
B., 18. 10.1938
Hab herzlichen Dank für Deinen lieben Brief, den ich vor- gestern als eine rechte Sonntagsfreude erhielt. Wie froh bin ich, daß es Euch noch allen gut geht und daß so mancherlei erfreuliche Abwechslung ins Haus kommt, durch die sich auch das Schwere wieder leichter trägt. Daß ich so liebe, fleißige Kinder habe, ist mir auch hier ein rechter Trost. Wie lebhaft kann ich mir den Kartoffelacker vorstellen mit all dem klei- nen Kinder- und Weibsvolk und mit dem karstschwingen- den Hünen dazwischen. Sicher schmecken die Pellkartoffeln nachher doppelt!... Auch was Du von Luise schreibst, freut mich. Wie war aber der Liebste so schnell gefundenl?... Ich merke, Liebste, daß Dir das Warten oft recht schmerz- lich ist. Hoffentlich hat Dir inzwischen ein Brief von mir ein wenig Trost bringen dürfen. Wir wollen doch froh und dank- bar sein, daß ich Dir nach einem langen Jahr noch gesund und munter und so weit auch immer wieder fröhlich und ge-
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