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fertig. Mehr als einmal schleuderte er dem gefürchteten Lagerkommandanten den furchtbaren Vorwurf in das Ge- sicht: ‚Sie sind ein Massenmörder! Ich klage Sie an vor dem Richterstuhle Gottes! Ich klage Sie an des Mordes an diesen Häftlingen!‘ Und er zählte ihm die Namen der Opfer auf, die in den letzten Wochen ihr Leben lassen mußten. Da man mit der granitenen Härte seiner Überzeugung nicht fertig werden konnte, stempelte man ihn zum Narren, den man durch Schläge zum Schweigen bringt. Über ein Jahr hatte er die Qualen des Bunkers getragen, bis auch seine Kraft der rohen Gewalt erlag. Keine heile Stelle war an sei- nem Körper, als man ihn tot aus dem Bunker trug. Die Todesnachricht wurde im ganzen Lager mit tiefer Bewegung aufgenommen.“ Ich durfte aber auch schon damals erfahren, daß die Kame- raden nichts unversucht ließen, ihre Liebe und Fürsorge dem völlig Abgesonderten zu beweisen. Gott segne die Unbe- kannten!- Ob Paul wohl Frucht seines Zeugnisses sah? Wir wissen es nicht. Aber ein Pfarrer konnte nach seinem Tod in einer Predigt bezeugen:„Ein früherer Kommunist und Freidenker, der 7 Jahre im KZ war und dort durch un- seren Bruder Schneider das Evangelium hörte, ließ sich tau- fen, als er wieder in Freiheit war. Zu dem Pfarrer, der ihn taufte, sagte er, daß er diesen Pfarrer Schneider kennen- lernte und durch ihn das Evangelium, das sei die sieben Jahre KZ wert gewesen.“-— Einem sonst sehr rauhen und rachedurstigen KZler, der mich kurz nach Pauls Tod be- suchte, liefen beim Anblick seines Bildes die Tränen über die Backen:„Ja, das ist er. Wir wußten alle, der starb für sei- nen Glauben.“- Ein anderer Kamerad sagte abschließend in seinem Lagerbericht:„Wir brauchten keinen Sozialismus und keinen Kommunismus, wenn wir mehr Leute von der Art Paul Schneiders hätten.“— Der politische Häftling Wal- ter Poller, der als Arztschreiber in Buchenwald beschäftigt war, schreibt von ihm:„Paul Schneider war unser Kamerad,
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