Druckschrift 
Der Prediger von Buchenwald : das Martyrium Paul Schneiders, geboren am 29. Aug. 1897, gestorben am 18. Juli 1939 / herausgegeben mit einem Geleitwort von Prof. D. Heinrich Vogel
Entstehung
Seite
166
Einzelbild herunterladen

>

Sa

an

2.

ErFETZ

Be

Fr

en

re

SR rare

see ee

Haltung mit bedecktem Haupte vor der gehißten Flagge. Man mag über diese Haltung denken wie man will. Kein Häftling hatte schließlich einen freien Willen, keiner beugte sich mit innerer Zustimmung vor dem Geßlerhute. Für Pfar- rer Schneider aber war diese Grußverweigerung bewußter Ausdruck seines Bekennermutes.

Er wurde in den Bunker geschleppt, das berüchtigte Ge- fängnis im Lager, das er nicht mehr verlassen sollte. Drei- zehn Monate erlitt er die Qualen dieser sadistischen Son- derbehandlung. Häftlinge, die mit ihm vorübergehend die Zelle teilten, waren erschüttert von der Seelengröße dieses tapfern Mannes. Trotz Hungerkost, die kaum ausreichte, das Leben zu fristen, verweigerte er am Freitag, dem Todes- t2g des Herrn, jede Nahrungsaufnahme.

Vor dem einstöckigen Bunkergebäude war der große Appell- platz, an dem sich die Häftlinge täglich morgens und abends zum Zählappell, meist verbunden mit allerlei Schindereien, einzufinden hatten. An den höchsten Festtagen ertönte wäh- rend der Stille des Abzählens plötzlich die mächtige Stimme Pfarrer Schneiders durch die dumpfen Gitter des eben- erdigen Bunkers. Er hielt wie ein Prophet seine Festtags- predigt, das heißt, er versuchte sie zu beginnen. Am Öster- sonntag zum Beispiel hörten wir plötzlich die mächtigen Worte: ‚So spricht der Herr: Ich bin die Auferstehung und das Leben! Bis ins Innerste aufgewühlt durch den Mut und die Kraft dieses gewaltigen Willens, standen die langen Rei- hen der Gefangenen. Es war, als hätte eine mahnende Stimme aus einer anderen Welt zu ihnen gerufen, als hörten wir die Stimme Johannes des Täufers aus den Kerkern des Herodes, die gewaltige Prophetenstimme des Rufenden in der Wüste. Mehr als einige Sätze konnte er nie sprechen. Dann klatsch- ten schon die Prügel der Bunkerwächter auf ihn nieder oder ein Faustschlag schmetterte seinen zermarterten Körper in eine Ecke des Bunkers. Mit seinem starken Willen und sei- ner unbeugsamen Härte wurde auch brutale Gewalt nicht

166

fertig Me Jagerkon sicht:Sie Richtefstl Häftlinge! die in der Da man 1 fertig WE man dur hatte et Kraft det sem Köt Todesna« aufgeno Ich durft raden nie vüllg A kannten! Wir wis Tod in. und Fre seren Bi fen, als taufte, lernte ı Jahre K tachedu suchte, Backen en Gl in sein und ke Act Pa ter Po) Wat, sc