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Der Prediger von Buchenwald : das Martyrium Paul Schneiders, geboren am 29. Aug. 1897, gestorben am 18. Juli 1939 / herausgegeben mit einem Geleitwort von Prof. D. Heinrich Vogel
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kannte er der SS gegenüber unerschrocken den christlichen Glauben.- In diesem Freimut war er wahrscheinlich der Einzige in Deutschland. Er nannte also die Teufel bei Namen: Mörder, Ehebrecher, Ungerechte, Scheusale. Durch dieses Bekenntnis, dem er immer wieder die Gnade Christi gegenüberstellte und zur Buße rief, wurde Schneider ab- wechselnd schweren körperlichen Martern, Demütigungen und Ängsten ausgesetzt. Die körperlichen Martern bestan- den in schweren Schlägen, Aufhängen am Fensterkreuz an den nach rückwärts gedrehten Armen frei oberhalb des Bo- dens, Essensentzug, schwarzer Bunker, d.h. Tag und Nacht wurde die Zelle völlig abgedunkelt, ohne Schlafmöglichkeit, in Angst- und Leidensschreien aus den nebenliegenden Zel- len. Diese Qualzeiten wechselten ab mit relativ guten Zeiten wie helle Zelle, volles Essen, Schlafmöglichkeit, Heizung bei kalter Witterung, frei von Quälereien. Schneider war un- ermüdlich, den anderen Häftlingen immer wieder Worte der Schrift zuzurufen, so vor allem morgens und abends beim Zählappell, wenn die Lagerbereitschaft vor dem Zellenbau antrat ich selbst stand jedoch bereits außer Hörweite, doch wurde mir dies immer wieder bestätigt. An einem Ja- nuarmorgen 1939, als in dem Zellenbau zwei flüchtige Häft- linge nach ihrer Wiedergefangennahme ermordet worden wa- ren, rief Schneider beim Zählappell: ‚Im Namen Jesu Christi bezeuge ich denMord an den Häftlingen...,worauf ein wei-

teres Bekenntnis durch Schläge erstickt wurde. Die schlimmste

Zeit für Schneider dürfte der Frühsommer 1939 gewesen sein.

Während dieser Tage war er in halber Höhe an den nach

rückwärts gezerrten Händen gefesselt, so daß er immer in

halbgebückter Stellung verbleiben mußte.- Das Andenken

von Schneider war bei allen Häftlingen ehrerbietig und des

Lobes voll. Für ihn galt das Wort, daß ‚seine Bande in Christo

im ganzen Richthause offenbar geworden sind. Er ist meines Erachtens in Deutschland der einzige, der so bewußt in Über- windung der menschlichen Furcht das Kreuz Christi bis zum

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