Druckschrift 
Der Prediger von Buchenwald : das Martyrium Paul Schneiders, geboren am 29. Aug. 1897, gestorben am 18. Juli 1939 / herausgegeben mit einem Geleitwort von Prof. D. Heinrich Vogel
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Im April 1938 kam der Zusammenstoß. Dem Grüßen der Hakenkreuzfahne konnte Paul in der Freiheit entgehen. Er hat sie nie gegrüßt, weil er in dieser Fahne nicht nur das Ho- heitszeichen des Reiches, sondern auch das Zeichen der Welt. anschauung sah. Hier im Lager fällt er nun deshalb aut. Ob das nun auf dem Wege zur Arbeit war, wie Leikam(s. u.) berichtet, oder nach mehreren Berichten anderer Häftlinge bei einer offiziellen Feier, tut nichts zur Sache. Wahrschein- lich ist beides zutreffend. Paul nahm seine Mütze vor der Fahne nicht ab, wird gemeldet und kommt zum erstenmal auf denBock. Der Arrest(Bunker) des Lagers Buchen- wald ist nun etwa 14 Monate seine Herberge. Er ist der Will- kür und dem Sadismus des SS-Scharführers Sommer ausge- liefert. Paul nennt diesen Mann in seinen letzten Tagen an- deren Häftlingen gegenüber einen Mörder und Henkers- knecht. Die Leiden, die in den Berichten der Buchenwald- Bücher beschrieben sind, gehen über ihn. So berichtet Notar A. Leikam über ihn: Im Frühjahr 1958 war es beim Ausmarsch der Arbeitskom- mandos aus dem Lager noch üblich, daß die außerhalb des Lagers gehißte SS-Fahne durch Abnehmen der Mütze beim Vorbeimarsch von den Häftlingen gegrüßt wurde. Diese Ehren- bezeugung lehnte Schneider als Götzendienst ab. Bei der Masse der Häftlinge wäre diese Verweigerung zunächst nicht ins Auge gefallen. Mißgunst der Häftlinge jedoch, die diesen Dienst natürlich unwillig leisteten, brachte Schneider zur An- zeige bei der SS wegen Gehorsamsverweigerung. Nun be- sann dereigentlicheLeidensweg von Paul Schneider. Er wurde zur SS gerufen, der er freimütig seine Haltung begründete. Als erstes bekam er 25 Stockhiebe auf den A., und wurde anschließend in Dunkelarrest gesperrt, die eben bezeichnete Einzelhaft, in der er bis zu seinem Tode verblieb. Dort be-

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