Druckschrift 
Der Prediger von Buchenwald : das Martyrium Paul Schneiders, geboren am 29. Aug. 1897, gestorben am 18. Juli 1939 / herausgegeben mit einem Geleitwort von Prof. D. Heinrich Vogel
Entstehung
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keit unsern Dienst an denen auszurichten, die unter dem christlichen Namen unchristliche Lehre oder Wandel führen (Brief vom 23. Dezember 1937 an mich). Zu allen Zeiten, selbst in der Reformation, war der Staat gegenüber der An- wendung der Kirchenzucht empfindlich, weil deutlich wird, daß der Kirche Staatsgesetz und Volkssitte nicht höchster Maßstab sind. Auch die Kirche muß vom Rechte her verstan- den werden.Sie richtet ein zeichenhaftes, prophetisches Recht auf, als Ausdruck der Herrschaft Christi über die Kirche und über die Welt. Die Maßnahme aber, die in Dickenschied getroffen wurde, konnte nur darum so großes Aufsehen erregen, weil sie vereinzelt war und blieb. Einen ‚Einzelgänger und ‚Außenseiter konnte der Staat leicht zum Schweigen bringen. Der rheinische Rat versuchte oft, eine Sprecherlaubnis bei Paul zu erwirken, um mit ihm noch ein- mal diese Fragen durchzusprechen, doch wurden alle dies- bezüglichen Anträge abgelehnt. Diese illegale Kirchenleitung hatte ja auch vor dem Staat keine Anerkennung! Das legale Konsistorium aber verhielt sich völlig passiv.

Besuchserlaubnis bekam auch ich nie. So waren wir nur auf Gott geworfen. Die Gemeinde der Beter für Paul Schneider war groß. Gott Lob, daß ich darum wußte und selbst mit- getragen wurde. Darum darf ich trotz all unserer Schwach- heit über diese Zeit schreiben: ‚Die Güte des Herrn ists, daß wir nicht gar aus sind; seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß(Klagelieder 3, 22.23).

Oft erhielt ich von Gliedern der Bekennenden Kirche stär- kende Briefe. Einer soll für alle zeugen:

Berlin-Friedenau, am 29. Mai 1939.

Wie gut, daß Gott die Worte alle hört,

Die wir den fernen Brüdern heimlich sagen,

Die wir auf brennend heißem Herzen tragen Und die doch nie ein Mensch von uns erfährt!

TITTEN WEBPATTBÄRSABBBALIEN,