Druckschrift 
Der Prediger von Buchenwald : das Martyrium Paul Schneiders, geboren am 29. Aug. 1897, gestorben am 18. Juli 1939 / herausgegeben mit einem Geleitwort von Prof. D. Heinrich Vogel
Entstehung
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Herz, auf bier, wie ich mich auf Dein Kommen freue. Schreib nur an mich ohne alle Heimlichkeit.“(Wir hatten eine Deck- adresse ausgemacht.) Aus einem Brief an die Mutter vom selben Tag:„Gelt, Du bist mir nicht böse, wenn ich Gretel oft auf einen Weg füh- ren mußte, den Du vielleicht nicht ganz gebilligt hast oder wenn es in Zukunft noch so sein müßte. Aufs Ende soll auch die liebe Gretel immer wieder das bessere und beste Teil miterwählt haben und für die kurze Zeit zeitliche Trübsal die ewige Erquickung vor dem Angesicht Gottes eintauschen dürfen. Auf diesem seligen Glaubenswege will uns Gott ja alle führen und ich bin gewiß, daß wir in der Kirche Jesu Christi alle mehr und mehr, in Schwaben und Preußen, auf diesem Wege in der Gemeinschaft der Leiden Jesu Christi und des uns reichlich widerfahrenen Trostes und der Hoff- nung des ewigen Lebens werden miteinander verbunden werden.“— Und aus einem Brief vom selben Tag an Präses Humburg, in dem er von seiner Haft und Ausweisung erzählt:„Gott ließ es also nicht zu, daß ich die ganze Zeit über ohne Bibel blieb, wenn der Wille dazu auch vorbanden war. So hat sie mich denn getröstet und gestärkt, ist mit mir ins Gericht ge- gangen und hat mir den Weg gewiesen. Die Haft ist mir zu einer geistlichen Rüstzeit geworden, für die ich Gott sehr dankbar bin und die ich nicht missen möchte“ Acht Tage danach werde ich mit einem großen Blumenstrauß strahlend in Baden-Baden empfangen. Nun hatten wir’s gut, es fehlte uns äußerlich an nichts. Ein dunkler Rahmen aber umrahmte das freundliche Bild— besonders ich sah eine dunkle Zukunft. Paul stand in kindlichem Vertrauen:„Es gehe wie es gehe, mein Heiland in der Höhe, weiß allen meinen Sachen Rat.“ Ich konnte dann wohl sagen:„Hast Du uns dena in jener Nacht der Entscheidung nicht liebgehabt?“ „Ich babe Euch noch nie so liebgehabt wie in jener Nacht, ich weinte um Euch...“ Da mußte ich mich seinem Ent-

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