Druckschrift 
Der Prediger von Buchenwald : das Martyrium Paul Schneiders, geboren am 29. Aug. 1897, gestorben am 18. Juli 1939 / herausgegeben mit einem Geleitwort von Prof. D. Heinrich Vogel
Entstehung
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sorgt.(Brief vom November 1934.)-Es ist köstlich, so un-

" mittelbar aus der Hand Gottes leben zu dürfen. An der recht oder unrecht gebeteten vierten Bitte wird sich der christliche

oder unchristlicbe Weg nicht nur manches Pfarrhauses, son- dern auch der der Gemeindeglieder entscheiden.(Brief

" vom 19. Dezember 1935.)Von uns hätten wir Dir wieder | viel zu schreiben. Du hast gehört von den soo verhafteten liche des u durch Unterschrift zu bescheinigen, daß sie sich vom Staat

Pfarrern in Preußen über letzten Sonntag, die sich weigerten,

die Kundgebung der altpreußischen Bekenntnissynode vom 5. 3. zur Bekanntgabe im Kirchenvolk verbieten lassen. Man wollte damit den Bekenntnischarakter und die Wucht dieses blitzartig die Situation erhellenden Zeugnisses der Kirche abdrosseln. Es ist nicht geraten. Der verhafteten Pfarrer waren zu viele. Sie sind wohl alle vorläufig wieder auf freiem Fuße. Ich saß vom Samstagabend über den Volkstrauertag bis Dienstagmorgen im Gefängnis in Kirchberg, leider als der einzige vom ganzen Hunsrück, aber es war doch gut, daß einer die Ehre des Hunsrücks rettete. Die Brüder hatten sich

\ alle überrumpeln und nötigen lassen zur Unterschrift. Es war \ ihnen aber hinterher herzlich leid und sie haben inzwischen \ alle ihre Unterschriften zurückgezogen, wenigstens soweit sie | zur Pfarrbruderschaft gehörten. Gretel mußte sich am Sams-

tagabend noch eine Haussuchung gefallen lassen, und ich bin

\ noch heute einer großen Zahl Blätter und Schriften beraubt,

die man mir entführte. Die Kundgebungen, die ich auch

\ schon vorher gründlich verteilte, suchte man mit sehr gerin-

gem Erfolg aus den Dörfern herauszuziehen. Die Gemein- den standen wieder treu. Volle Passionsandachten in dieser Woche, nachdem am letzten Sonntag kein Gottesdienst sein konnte.- In Kirchberg war es nicht übel. Mit den Kerker- meistern des Hunsrücks schließe ich allmählich Freundschaft wie einst Paulus in Philippi.(Brief vom 22. 3. 1935.)

Den Umfall, nicht Abfall der andern erkläre ich mir auch noch hauptsächlich damit, daß sie den Inhalt der Kund-

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