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größte Teil der jüngeren Pfarrerschaft des Hunsrücks stand
seit Jahren zusammen in wissenschaftlicher Arbeit und brü- derlihem Beraten der Gemeindefragen. Der beginnende Kirchenkampf hatte sie vollends zu einer Bruderschaft ge- macht. Welch große Wohltat für Paul, in diesen Kreis hinein- zukommen! Wie lange hatte ihn schon nach einer solchen Bruderschaft verlangt!- Weil in manchen Hunsrückgemein- den die Kirchenzucht noch nicht ausgestorben war, vielmehr sie nur einer Belebung bedurfte, wurde in der Bruderschaft gründlich darüber gearbeitet. Es wurden Thesen über Kir- "chenzucht aufgestellt, und Paul konnte mit seinen Erfah- rungen dazu beitragen. Seine frühere Linie wurde durch diesen Austausch nur noch vertieft.— In seinen neuen Ge- meinden fand er eine geistlichere Ausübung der Kirchen- zucht vor. Trauzucht: Hatte ein Paar sich still trauen lassen müssen, dann kam es vor seinem ersten Abendmahlsgang ins Pfarrhaus, um im Beisein eines Presbyters„Kirchenbuße“ zu tun, d. h. unter Gottes Wort und Gebet wieder die Zu- lassung zum Abendmahl zu erlangen. Ebenso war es bei Mischehen, wenn der evangelische Teil in katholische Kin- dererziehung gewilligt hatte.— Paul fand ein verständnis- volles Mitgehen seines Presbyteriums, vor allem nun einmal in den drängenden Entscheidungen des Kirchenkampfes. Er durfte die Freude erleben, daß alle Presbyter sich nach der Bekenntnissynode von Barmen der BK zuordneten. Auch ein großer Teil der Gemeinde ging mit und unterschrieb mit der Zeit die Mitgliedskarten der BK, treulich auch die BK- Beiträge bezahlend. Paul führte die Weisungen der Be- ' kenntnissynode ohne Vorbehalt im Einverständnis seines Presbyteriums aus, so z. B. später die wöchentlichen Bitt- gottesdienste, die selbst in Erntezeiten in vorgerückter Abend- stunde von den Treuesten noch besucht wurden.— Daß die Einführung der„grünen Karten“ in der Gemeinde Fragen und Unruhe erweckten, ist zu verstehen. Ich füge das Kon- zept zu seiner Predigt über Römer 14,1-9 hier an:


