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„Liebe Gemeinde! Wir sind durch den Kirchenkampf und die für oder gegen die Bekennende Kirche sich ergebende Haltung der Gemeindeglieder aufmerksam geworden auf die Frage der Einheit und Einigkeit der Gemeinde. Man hat gesagt, ich hätte die vorher einige Gemeinde gespalten; man hat gesagt, wenn wir noch Bekenntnisschulen hätten(Anm.: offiziell waren sie ja damals noch vorhanden), hätten wir an einer nicht genug, sondern müßten dann zwei haben. So redet auch.im Großen Kirchenminister Kerrl von den zwei Grup- pen in der evangelischen Kirche, die er wieder zusammen- bringen will, zu welchem Ende er die Kirchenausschüsse ein- gesetzt hat. Dabei wird im Kleinen wie im Großen deutlich, daß es eine Einheit um jeden Preis sein soll. Wie die Volks- gemeinschaft, so soll auch die kirchliche Gemeinschaft um jeden Preis hergestellt werden, ein Volk, ein Gott, ein Glaube, eine Kirche. So lautet die Parole. Auch unser Text hat das Anliegen, daß die Kirche, die Gemeinde einig sei.... Er, der Apostel, ist aber in der glücklichen Lage, bei beiden Parteien es voraussetzen zu dürfen, daß sie mit ihrer Hal- tung dem Herrn Jesus gefallen wollen, daß sie aus ehrlichem Gewissen und ehrlicher Erkenntnis ihren Weg gehen und daß sie beide Gott danken.... Christus kann er als den Herrn ihres Lebens und ihres Sterbens bezeichnen, so daß sie im Leben wie im Sterben ihm als Eigentum angehören. Denn das ist ja nun allerdings der ganze und einzige Inhalt unseres Christenglaubens, daß Jesus Christus durch seinen Heilstod für uns und durch das Leben, das er wieder an sich genommen hat in Auferstehung und Himmelfahrt, unser Herr geworden ist, der Toten und Lebendigen Herr, daß ihm eben- so unser irdisches Leben gehört wie ihm unser Sterben ge- hören soll, daß er ebenso unsern ganzen vollen Gehorsam fordert, wie er uns in seinem Leiden und Sterben die Ver- gebung unserer Schuld schenkt. Er ist nun ebenso ‚der kräf- tige Zuspruch der Vergebung aller unserer Sünden, wie er der kräftige Anspruch ist auf unser ganzes Leben‘. In dieser
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