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Der Prediger von Buchenwald : das Martyrium Paul Schneiders, geboren am 29. Aug. 1897, gestorben am 18. Juli 1939 / herausgegeben mit einem Geleitwort von Prof. D. Heinrich Vogel
Entstehung
Seite
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‚Juni 1934

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sehr wohl gelten, aber darum läßt Gott ihn noch lange nicht geradlinig in die ewige Seligkeit marschieren. Das ist vielleicht ‚Deutscher Glaube, aber nicht schriftge- mäßer christlicher Glaube, der mit der vollen Wirklich- keit der tief in das Herz und Leben der Menschen ver- flochtenen Sünde Ernst macht. Ich wende mich außerdem an Ihr Verständnis für Ord- nung und Disziplin. Ich darf in einer Parteiversammlung der NSDAP auch nicht auftreten und sagen, was ich will. Mit einer kirchlichen Feier auf dem Friedhof ver- einbaren sich allenfalls Kranzniederlegungen mit einem schlichten kurzen Nachruf, aber nicht lange Ansprachen mit glaubensmäßigen Aussagen, zumal wenn vorher nicht das Einverständnis des die Feier leitenden Pfarrers ein- geholt wurde. Es ist wohl jetzt nur eine überflüssige Versicherung, die ich Ihnen gebe, daß mich nicht politische Reaktion lei- tete und Sie werden einem aufrechten deutschen Manne und Christenmenschen schon glauben, wenn er sich auf sein pfarrerliches in Gott gebundenes Gewissen beruft. Im übrigen wäre es mir ein Vergnügen, wenn wir uns über die Sache selbst und die dahinter liegenden Glau- benswirklichkeiten weiter unterhalten dürften.

Mit deutschem Gruß

P. Schneider, Pfarrer.

Pauls Freund L. berichtet:Drei Tage ließen die politischen Stellen sich Zeit zu der Überlegung, in welcher Weise hier eingegriffen werden müsse, dann stellten sie fest, daß die vielberufene Volksseele am Kochen sei, und nahmen Paul Schneider in Schutzhaft. Wir besuchten ihn in seiner Zelle. Er saß dort gelassen und getrost. Eine Woche lang hielt man ihn fest, dann wurde er entlassen. Die Volksseele hatte aus- gekocht. Nun fährt Paul in seinem Brief vom 13. Juni 1934 fort:Während meiner Haft unterschrieben von 48 Haus-

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