Druckschrift 
Der Prediger von Buchenwald : das Martyrium Paul Schneiders, geboren am 29. Aug. 1897, gestorben am 18. Juli 1939 / herausgegeben mit einem Geleitwort von Prof. D. Heinrich Vogel
Entstehung
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unmenschlich und ich sagte ihm das. Wir kamen nicht über- ein und auch ihn ließ dieses Sterbebett so bald nicht mehr los. Eines Tages bat er mich, ihn und seine junge Frau doch einmal in H. zu besuchen, wir könnten dort in Ruhe über diese Dinge sprechen. Im Laufe der Jahre bin ich dann so manchesmal dort eingekehrt, und immer war unsere Be- gegnung eine lebendige. Waren wir uns über irgendeine Fragestellung und ihre Beantwortung nicht ganz im klaren, so bekam ich ein Buch in die Hand gedrückt, dessen Seiten mit zahlreichen Notizen, Frage- und Ausrufungszeichen be- deckt waren. Bei der Lebhaftigkeit seines Geistes und Tem- peramentes konnte er manchmal heftig dreinfahren; das blieb nicht aus. MeineToleranz ärgerte ihn oft; für ihn gab es nur schwarz oder weiß, Feuer oder Wasser. Seit er sich unter schweren Kämpfen seinen Glauben errungen hatte, stand dieser Glaube fest wie ein kantiger, aus dem Boden gewachsener Felsen, an dem die Wasserwirbel empor- schäumen und sich, wenn auch unter Toben und Brausen, teilen mußten. Niemals habe ich einen Menschen gekannt, der so völlig unbeirrt, so kompromißlos seinen Weg ge- gangen wäre. Der junge Kämpfer nötigte einem schon Hochachtung ab, wenn auch seine Jugendkraft über das Ziel hinausschießen konnte. Regelmäßig kam er dann hin- terher, um die Sache wieder in Ordnung zu bringen. Ein- mal schrieb er mir: ‚Es war mir doch eine große Erleichte- rung, als Sie mir auf meinen etwas kriegerischen Brief eine so freundliche Antwort schrieben, Hinterher habe ich es nämlich doch mit der Angst gekriegt, ob es recht war, so zu schreiben, wie ich es tat. Christen sollten sich doch immer ganz ernst nehmen und einander gelten lassen.- Dieser seiner herzlichen Art konnten sich nur wenige Menschen ver- schließen. Dazu kam eine großzügige Gastfreundschaft des Pfarrhauses. Es war in den Jahren der großen Arbeitslosig- keit. Menschen zogen mit Kind und Kegel durch das Land, um für sich und die ihren das tägliche Brot zu finden. Als

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