Druckschrift 
Der Prediger von Buchenwald : das Martyrium Paul Schneiders, geboren am 29. Aug. 1897, gestorben am 18. Juli 1939 / herausgegeben mit einem Geleitwort von Prof. D. Heinrich Vogel
Entstehung
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1. Oktober 1926.) Von nun an rang Paul während seiner ganzen Amtszeit um das Verständnis der reformatorischen Kirchenzucht. Über Kirchenzucht sagt Calvin:Sie ist die Sehne der Kirche. Wenn man diese Sehne zerschneidet, dann ist der ganze Leib kraftlos. In seinem Filial versuchte er in Einheit mit seinem Presbyterium sie im Glaubensgehorsam auszuüben, wo immer ein öffentlicher Verstoß gegen Goties heilige Zehn Gebote der christlichen Gemeinde Ärgernis gab. Diese Kirchenzucht wurde von einem großen Teil der Gemeinde im Glauben angenommen, von anderen aber mit dem heftigsten Widerspruch abgelehnt. Ein Beispiel: Da hat der Streit zweier Nachbarn ein solches Ausmaß an- genommen, daß der Pfarrer einschreitet und beide vor dem Abendmahlsgang vors Presbyterium lädt, um ihnen Gelegen- heit zur Versöhnung zu geben. Der eine kommt, der andere nicht, ist aber dann dennoch beim Abendmahlsgottesdienst. Der Pfarrer läßt ihn vor der Beichte durch den Küster bit- ten, die Kirche zu verlassen. Er bleibt. Da wendet sich nach der allgemeinen Beichtfrage der Pfarrer ganz persönlich an ihn, den im Dorf einflußreichen Mann. Nun steht er auf und geht hinaus. Erst später, nach einem Unfall und langem Krankenlager des Betreffenden, kommt diese Geschichte zu einem guten Ende.- Wer dreimal unentschuldigt in der Chri- stenlehre fehlte, wurde ein Jahr lang nicht zum Patenamt zu- gelassen. Da dort die jungen Paten sehr beliebt waren und man bis zu sechs Paten hatte, mußte man schon aufpassen! Getauft wurde nur in der Kirche im Gemeindegottesdienst und nur in Gegenwart des Vaters bzw. der Eltern. In Hochelheim hielt das Presbyterium im wesentlichen nur an der sehr gelockerten Trauzucht fest. In der Seelsorge ging Paul persönlich ratend und mahnend darüber hinaus. Er hat sich dadurch manche Feindschaft zugezogen, wie z.B. die des Stützpunktleiters der NSDAP, der Pauls Stellung zum NS- Staat darum doppelt scharf unter die Lupe nahm.

Unser großes Anliegen war die Erfassung der Gemeinde-

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