Druckschrift 
Der Prediger von Buchenwald : das Martyrium Paul Schneiders, geboren am 29. Aug. 1897, gestorben am 18. Juli 1939 / herausgegeben mit einem Geleitwort von Prof. D. Heinrich Vogel
Entstehung
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nur der vollendete Ablauf der Heilsgeschichte ist? Gewiß, wir leben noch in dieser Welt und mit diesem unserem lei- denden Volke und teilen auch seine Leiden. Aber wir haben Auftrag und Beruf aus einer anderen Welt und dort ist un- ser Bürgerrecht. Und wir wissen, diese Welt wird trotz allem einmal siegen, deshalb sind wir fröhlich in Trübsal.(Brief vom ıı. Juli 1923.) Ende Oktober 1923 legte er in Koblenz das zweite theo- logische Examen ab.Meine wissenschaftliche Hausarbeit: ‚Was ist von dem Begriff der Heilstatsachen zu halten? hatte mich diese Frage ganz im positiven Sinn beantworten lassen ... Die Arbeit half mir sehr zur theologischen Klärung des eigenen Standpunktes. Du weißt, ich mußte mich von dem liberalen Standpunkt dahin durchfinden. Die praktisch- wissenschaftliche Arbeit hieß: ‚Religions- und Moralunter- richt. Da war ich in meinem Element. Ich stellte zwei Leit- thesen auf! Religionsunterricht kein Moralunterricht und kein Religionsunterricht ohne Gesetzesunterweisung.(Brief.) Zum Abschluß der Soester Zeit möchte ich das Wort eins der Soester Freunde bringen. Er schrieb nach Pauls Tod: Paul war in unserem Kreis ein Eigenartiger. Wir haben uns alle von ihm hie und da gefallen lassen, was wir uns wohl von keinem andern hätten gefallen lassen. Bei ihm war das anders, weil die Lauterkeit seiner Gesinnung uns über allem Zweifel stand. Wir haben ihm nicht immer alle folgen können, er war einer von denen, die nicht anders können als eigene, auch einsame Wege gehen, aber er hat sicher uns alle in einer heilsamen Unruhe gehalten. Aus Soestflüchtete Paul mit der letzten billigen Fahr- gelegenheit in den Berliner Osten, um in der Stadtmission mitzuarbeiten.Von Soest schrieb ich noch meinem Vater, daß ich unsere Kirche lieb babe und fühlte doch zugleich die innere Notwendigkeit, außerhalb ihrer schützenden und stützenden Mauern das Wachsen und Werden des Reiches Gottes kennenzulernen und draußen in freiem Arbeiten für

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