Druckschrift 
Der Prediger von Buchenwald : das Martyrium Paul Schneiders, geboren am 29. Aug. 1897, gestorben am 18. Juli 1939 / herausgegeben mit einem Geleitwort von Prof. D. Heinrich Vogel
Entstehung
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21
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schrecklich teuer, und er will doch gerne Geld sparen, denn der Vater rückt ungern Geld heraus und ist der Inflation nicht gewachsen.Die Organisation ist groß, die Industrie ist überwältigend. Und die Menschen sind klein. Hier ist die Feuerprobe, ob du dich, Mensch, behauptest. Der Mensch, der die Industrie meistert, muß riesenstark sein.(Tagebuch.) Dies ist der erste Eindruck. Nun war er Arbeiter unter Ar- beitern.Habe ich mirmanchmalwohl eingebildet, ein Opfer gebracht zu haben, als ich unter die Arbeiter ging, so er- leide ich tagtäglich mit meiner Selbstsucht wieder Nieder- lagen, gegen die Liebe verstoßend. Und immer wenn der Teufel der Selbstsucht mich beherrscht, dann bin ich krank und unentschlossen. Dann sagen die andern wohl: ‚Komischer Mensch! Es ist gerade, als ob ich besonders häßlich und eklig sein könnte im persönlichen, täglichen Leben, nachdem ich versucht, mir die großen Richtlinien des Lebens nach großen Idealen zu gestalten. Hier gilt es jetzt den alltäglichen Klein- kampf, um immer mehr ein Leben aus der Liebe heraus zu führen. Dazu helfe mir Gott. Tagebuch.) Sein Körper wird immer mehr gestählt unter der schweren Arbeit.Wie schmeckt auf Schicht ein Schluck kalten Wassers so gut! Was für ein Genuß ist in demBrausebad nach Staub und Dreck der Arbeit enthalten!© kehr zurück zu dem göttlichen Gebot: Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen! (Tagebuch.) Fröhliche Ausflüge mit den Kameraden unter- brechen den Alltag. Aber dann wieder der Schrei:Obwohl mir's allmählich graut, so einsam zu wandern, treibt michs doch immer wieder dazu, denn keiner mag meine Interessen teilen. Mich ekelt die Einsamkeit und mich ekelt die Ge- sellschaft der Menschen. Ich habe nichts mehr, alles ist mir Problem. Kapitalismus und Sozialismus, Religion und Leben. Ich stebe vor dem Nichts, vor dem völligen Ausgehöhltsein und Leersein. Meine Arbeitszeit ist bald zu Ende. Ich soll wieder predigen. Was soll ich predigen? Kraft von oben tut mir not, darum will ich beten!(Tagebuch.)