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sen bist zwischen zwei Dingen, so wähle das dir weniger Be- queme.“(Tagebuch.)— In Gießen wurde er in den ersten Semestern dann auch tüchtig in das Verbindungsleben mit hineingezogen. Daneben trieb ihn der Niederbruch Deutsch- lands 1919 dazu, sich immer wieder mit Bolschewismus und Sozialismus zu beschäftigen. Im Wintersemester 1920 ist er in Marburg. Hier herrschte im Wingolf ein strammer Kor- porationsgeist; Pauls Reformpläne, die auf Beseitigung des Frühschoppens hinzielten und dem Turnen mehr Raum geben wollten, fanden keinen Anklang.— Er belegt einen Turn- lehrerkursus und macht das Examen als solcher. Er übt Orgel und gibt Nachhilfestunden.
Der Frühling 1920 führt ihn nach Tübingen. Die Wohnungs- not ist groß, er bittet im Weilheimer Pfarrhaus um Auf- nahme. Er erlebt nun zum erstenmal einen großen Familien- kreis und ist in die Familiengemeinschaft aufgenommen. Sein bescheidenes, ruhiges, dann wieder jungenhaft über- mütiges Wesen erinnert an den gefallenen Theologensohn.— Zwei junge Menschen gehen täglich den Weg zur Stadt, er zur Uni, sie, gerade der Schule entwachsen, in die Nähschule, treffen sich über Mittag im Kahn auf dem Neckar und sind versonnen und versponnen in ein unausgesprochenes Glück. Beim Abschied meint er sprechen zu müssen— es war noch zu früh. Zwei Jahre gehen ins Land, bis sie sich ganz finden und von da an Hand in Hand durch vier Jahre Brautzeit wandern: der ‚eine Stab des andern und süße Last zugleich‘! Immer mehr bietet eins dem andern Heimat, kann eins das andere seelsorgerlich tragen.
Von Heims„Ethik“ ist Paul tief erfaßt, sein bisheriges Leben in seiner„Eitelkeit“ liegt vor ihm, die innere Unruhe und Sehnsucht nach der Ruhe in Gott nimmt zu. Im Winter- semester 1921 ist er wieder in Marburg. An einem Vorweih- nachtstage dringt ein Strahl des ewigen Lichts in seine Seele, es hebt ein großes Freuen an, und er zehrt lange von diesen „seelischen Erregungen und Bewegungen“; das Wissen da-
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