Druckschrift 
Der Prediger von Buchenwald : das Martyrium Paul Schneiders, geboren am 29. Aug. 1897, gestorben am 18. Juli 1939 / herausgegeben mit einem Geleitwort von Prof. D. Heinrich Vogel
Entstehung
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ters, die Art und Weise, wie sich dieselbe aus solch einer Situation heraus äußert, spricht Bände für den, der unter dem Ausgesprochenen das aus äußeren und inneren Grün- den nicht Sagbare zu hören vermag.

Für uns alle aber ist dies Zeugnis Paul Schneiders ein ein- ziger Ruf in die Nachfolge des Gekreuzigten und damit in eins: in die Gewißheit des Endsieges Gottes. Damals im K7Z ist manch einer durch diesen Prediger von Buchenwald zum Christen geworden. Es könnte sein, daß es manch einer über dem Lesen dieser Blätter wird.

Unabsehbar ist, welchen Dienst die Stimme dieses Predigers in der Wüste heute der Kirche tun könnte, der angefoch- tenen, zum Leidensgehorsam gerufenen Kirche, aber wahr- haftig auch der sicheren, satten, selbstgefälligen und welt- gefälligen Kirche!

Und was uns Prediger angeht, dies Buch ist nicht zuletzt ein hohes Lied der Hirtentreue, das für uns einfach eine Bußpredigt ist.

Möge es mir gestattet sein, mit einigen Strophen zu schließen, die für mich mit dem Namen Paul Schneiders unlöslich ver- knüpft sind. Während er dem Letzten entgegenging, durfte ich damals im August 1939 noch im Montafon mit meiner Frau den Urlaub verleben. Ich könnte noch die Stelle im Gargellener Tal bezeichnen, wo uns beide die Nachricht von seinem Tode erschütterte. Zwei ungeheure Felsspitzen waren durch eine eigentümliche, vom Licht durchbrochene Wolken- bildung anzusehen wie ein apokalyptisches Zeichen. An je- nem Tag entstanden die Verse, mit denen ich das Vorwort beschließen darf, durch das ich das Wort und Zeugnis des Predigers von Buchenwald weiterreiche in die Hand sei-

nes Hörers.

Zephanja 3, 12:Ich will in dir lassen übrigbleiben ein armes, geringes Volk; die werden auf des Herrn Namen trauen.