ausführen. So ging der Ruhetag vorüber. Wieder nahte eine schwere Arbeitswoche.
Montag, der 28. Juni. Der Morgen verlief wie üblich. Um 8 Uhr gingen wir zur Arbeit, auf dieselben Stellen wie am Sonnabend. Beim Marschieren sangen wir:
„He, f... deine Mutter,
Was hast du mich zur Welt gebracht? So ein Leben, so ein Leben,
Hättest du wohl nie gedacht!“
Dieses Lied nannten die Deutschen„Russische Karawane“. Das Herz weinte, und der Mund sang.
In der ganzen Brigade gab es keinen Arzt, dafür hatten wir einen Apotheker; er wurde zum Dienst in der Baracke ein- geteilt und war, wie der Untersturmführer erklärte, für den Gesundheitszustand der Brigade verantwortlich. Der Unter- sturmführer wollte keinen Kranken haben. Heute hatte man uns eine kleine Apotheke hergebracht. Am Abend machte man jedem, der eine Wunde hatte, einen Verband. Es wurde uns auch ein Sanitäter im Range eines Zugführers zugeteilt. Sein Fach verstand er ausgezeichnet, zudem hatte er bei Operationen eine leichte Hand, aber er war ein großer Sadist, so daß ihn alle fürchteten und nichts mit ihm zu tun haben wollten.
Der Tag war heiß. Das war bei der schweren Arbeit eine zusätzliche Qual. Jeder hatte sein Hemd abgeworfen, und wir bekamen fast alle einen Sonnenstich, und noch dazu in hohem Grade. Wir gingen halbtot nach Hause zurück und konnten uns nicht rühren. Der Apotheker traf Maßnahmen, aber was nutzte es— es brannte unsäglich. So ging der Montag vorüber. Viele hatten auf ihr Abendessen verzichtet — sie hatten Fieber. Die Nacht war schwül, die Leute wanden sich vor Schmerzen. Aber vor großer Erschöpfung schliefen nach und nach alle ein. Frühmorgens, kaum daß es zu
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