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Im Feuer vergangen : Tagebücher aus dem Ghetto / mit einem Vorwort von Arnold Zweig ; übertragen von Viktor Mika
Entstehung
Seite
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Wie am vergangenen Sonnabend arbeiteten wir heute nur bis 12 Uhr. Am Nachmittag ging eine Zehnergruppe— immer eine andere— mehrmals Wasser holen.

Ich wusch mich und meine Wäsche.

7. KAPITEL

Wir nehmen mit einem Schupo Kontakt auf. Der Komman- dant wünscht frohe Gesichter zu sehen und Gesang zu hören. Sorge für sanitären Schutz. Fliegeralarm und was darunter zu verstehen war. Wie man uns mit neuer Kleidung versah. Noch eine Ansprache

Sonntag, der 27. Juni. Der heutige Tag war arbeitsfrei. Wir traten langsam an den Zaun heran und begannen uns mit den Schupos zu unterhalten, die uns bewachten. Sie sahen sich immerzu um und vergewisserten sich, ob nicht jemand käme, weil sie sich mit Juden nicht unterhalten durften. All- mählich rückten wir mit unserem Anliegen heraus, und sie versprachen, uns alles zu beschaffen: Butter, Wurst, Eier, Schnaps, Zigaretten, was wir nur haben möchten. Die einzige Bedingung war, daß wir ihnen Gold gäben. Und so wollten wir mit ihnen Handel treiben. Die Geschäfte mit den Schupos würde ausschließlich die sogenannte„Suite“ erledigen, das waren die Brigadiers oder andere mit Funktionen betraute und über die jeweilige Lage besser orientierte Kameraden.

Falls einer erwischt würde, der ein Stück Gold bei sich hatte, drohte ihm auf der Stelle eine Kugel, und sollte der SD entdecken, daß wir mit der Schupo Handel trieben, so würden wir es alle mit Erschießung büßen. Man mußte auch wissen. mit welchem Schupo man sich in geheime Machenschaften einlassen konnte, ohne daß er es dem SD anzeigte. Das wich- tigste Problem waren für uns augenblicklich Zigaretten, weil wir ja jetzt genug zu essen bekamen, aber Zigaretten

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