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Im Feuer vergangen : Tagebücher aus dem Ghetto / mit einem Vorwort von Arnold Zweig ; übertragen von Viktor Mika
Entstehung
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Handgriffe der Tragen vom Anfassen der Leichen glitschig wurden. Der Brandmeister, vom Rauch geschwärzt und vom Feuer versengt, hielt in der Hand einen eisernen Haken, mit dem er fortwährend im Feuer rührte, und regelte den Betrieb. Er gab an, wohin die Leichen zu werfen seien, auf welche Erhöhung man hinaufzusteigen und wie man zu werfen habe, um das Feuer nicht zu ersticken. Gott behüte, das man sie schlecht hineinwarf! Dann mußte man ans Feuer hinunter- gehen, die Leiche herausziehen und noch einmal hinein- werfen. Das Feuer war so groß, daß seine Glut einen schon in einer Entfernung von mehr als zehn Metern versengte. Unmittelbar neben dem Brandmeister standen sein Gehilfe und der Zähler. Der Gehilfe des Brandmeisters schob die verbrannten Knochen beiseite und legte immerfort Holz zu.

Nachdem bereits alle Leichen aus dem Grab herausgezogen waren, suchten einige Männer(später eine spezielle Brigade) das Grab ab. Sie lasen mit den Händen jeden Knochen und jedes Haar auf, die sie in einen Eimer taten und nachher ins Feuer warfen. Wenn sie mit dem Durchsuchen des Grabes fertig waren, erstatteten sie darüber dem Untersturmführer Meldung. Der Untersturmführer führte eine Kontrolle durch. Die Männer, die sich in der Grube befanden, kratzten die von den Leichen grüngefärbte Erde der Wände ab und be- streuten die leere Grube mit Chlorkalk, um den Gestank zu ersticken.

Nun wurde die Grube zugeschüttet und die Erde planiert. Dann fuhr man noch mit einer Egge über das ehemalige Grab, die statt von einem Pferd von uns gezogen wurde, und zum Schluß säte man auf dieser Stelle ein Samengemisch verschiedener Grasarten, die hier ringsherum wuchsen. Nach einigen Wochen war diese Stelle bewachsen, so daß man nicht erkennen konnte, daß hier etwas gemacht worden war.

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