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Im Feuer vergangen : Tagebücher aus dem Ghetto / mit einem Vorwort von Arnold Zweig ; übertragen von Viktor Mika
Entstehung
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Die Gräber waren bewachsen, so wie das ganze Gelände. Aber die Leitung hatte einen Gräberplan. Außerdem gab es unter unseren SD-Männern welche, die bei den Hinrichtun- gen zugegen gewesen waren. Wenn man die Stelle, wo sich ein Grab befand, etwas näher betrachtete, so bemerkte man, daß die Erde, die die Leichen bedeckte, Risse bekommen hatte und locker war. Der Rasen war nicht so dicht und ge- schlossen wie daneben. Die Leichen lagen hier in ihrer Kleidung. Sie waren ungeordnet hineingeworfen und mit einer Erdschicht von ungefähr 1m bedeckt. In einer Tiefe von etwa 20cm von oben lagen über der unteren Schicht einige Leichen, als wären sie zusätzlich begraben worden. Es waren lauter Männer. Höchstwahrscheinlich waren es die- jenigen, die beim Zuschütten der anderen gearbeitet hatten. Und damit es keine Zeugen gab, waren sie zum Schluß eben- falls erschossen und schließlich von den Deutschen selbst zugedeckt worden.

Wir legten eine Feuerstätte an, auf der die Leichen verbrannt werden sollten. Wir planierten ein Geländestück in der Größe von 7m im Quadrat. An zwei Seiten schütteten wir eine Erhöhung von etwa 1m auf. Auf diesem planierten Platz legte man ein sogenanntes Fundament an, das heißt, man legte auf die Erde in bestimmten Abständen dicke Holz- scheite, die das Gerüst für die Leichen darstellten. Es ging darum, daß die Leichen nicht auf der bloßen Erde lagen, sondern von unten Luft bekamen und gut brannten. Im Ver- lauf des heutigen Tages wurden alle drei Gräber geöffnet und alles vorbereitet, was nötig war, um die Leichen heraus- zuziehen und zu der sogenannten„Brandstelle“ zu schaffen. Man hatte Haken gebracht, die so aussahen wie die Haken, die zum Herausziehen von Eis benutzt werden. Sie sollten dazu dienen, die Leichen aus den Gräbern herauszuziehen. Bei diesen Vorbereitungen arbeitete eine aus zwanzig Per- sonen bestehende Brigade.

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