es nicht von weither holen müßten; aber was die Löcher im Dach betreffe, so ließe sich da nichts machen, mit dieser Un- bequemlichkeit müßten wir uns abfinden, dafür gäbe es„lei- der“ keine Abhilfe!
An die Pforte, die in unser Lager führte, hatte man eine Wanne mit Wasser gestellt, in dem sich aufgelöstes Lysol befand. Es diente zum Händewaschen. Auf der anderen Seite befand sich eine Spritze, die mit einer Lysollösung gefüllt war, die stärker war, als die in der Wanne. Sie sollte zum Abspritzen der Stiefel dienen, damit niemand mit verseuch- ten Stiefeln in den Bunker ging. Dieselbe Spritze sollte auch zum Desinfizieren der Baracke dienen, weil wir sie von nun an täglich zu desinfizieren hatten.
Die leeren Kaffeekannen nahm der Chauffeur ins Auto mit. Er gehörte zum SD und hatte den Rang eines Hauptschar- führers. Er war, mitsamt dem Auto, als Chauffeur unserem Kommando zugeteilt. Er hieß Ulmer. Er war von mittlerer Statur, mit Brille, nicht schmächtig, ein guter Berufschauffeur. Ulmer gehörte, wie ich aus seinem eigenen Munde hörte, seit 12 Jahren der Partei an, das heißt, bevor das Hitlerregime aufgekommen war. Wenn er einen erwischte, den er schlagen konnte, so schlug er ihn bis zur Bewußtlosigkeit. Wenn er Menschenblut sah, wurden seine Augen wild. Er gehörte zu den blutgierigsten Menschen. Nach ungefähr einer Stunde brachte er uns Wasser und befahl uns, es zum Waschen vor dem Essen zu verteilen; etwas Wasser hob er zum Abwaschen des Gescirrs auf. Mit einem Wort, in unserem Lager be- gann eine planvolle Wirtschaft.
Zwölf Uhr. Alle Brigaden kamen zum Mittagessen zusam- men. Auf Anweisung des Untersturmführers stellte ich mich zusammen mit noch einem jungen Mann an den Eingang. Wir hielten alle an. Jeder wusch sich zuerst die Hände in der Wanne mit aufgelöstem Lysol, dann trat er an die Spritze her- an und spritzte sich die Stiefel ab. An der Pforte befand sich
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