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Im Feuer vergangen : Tagebücher aus dem Ghetto / mit einem Vorwort von Arnold Zweig ; übertragen von Viktor Mika
Entstehung
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wo wir es auf der festgestampften Erde gleichmäßig ausbrei- teten. Den dumpfigen Geruch konnte man aushalten. Schlim- mer war es, daß jeder, der von der Arbeit bei den Gebeinen zurückkehrte, in seinen mit dem Leichenschmutz besudelten Stiefeln zu seinem Lager durchging, wodurch das Stroh so- fort von dem unerträglichen Gestank durchdrungen wurde. Wir mußten ihn während des Schlafens zusammen mit dem üblen Geruch der lebendigen, in schrecklicher Enge zusam- mengepferchten Leiber einatmen. Um 5 Uhr beendeten wir die Arbeit. Wieder war Appell. Nach- her mußte man sich waschen. Wir hatten heute Eimer und Waschschüsseln bekommen. Man mußte nun Wasser holen. Jeder wollte sich waschen, aber keiner hatte Lust, Wasser zu tragen, weil der Weg zum Brunnen sehr schwer war. Man mußte immer hinunter- und hinaufgehen. Infolgedessen griff man sich 10 junge Burschen, die unter Bewachung Wasser holen gingen und nach Ablauf von einer Stunde zwanzig Eimer Wasser brachten, jedoch hatte jeder unterwegs etwas vergossen. Jeder von uns bekam zum Waschen einen Liter Wasser. Davon tranken wir auch noch die Hälfte, denn wir waren alle sehr durstig. Das Abendessen wurde gebracht. 1801 Kaffee, 180 1 Suppe und 30 kg Brot. Jeder bekam sein Abendbrot und hockte sich zum Essen irgendwo auf dem Lagerplatz hin. So saßen wir bis 8 Uhr. Um acht war wieder Appell. Dann gingen wir in den Bunker. Wir sollten uns schlafen legen. Nach 8 Uhr durfte sich niemand mehr auf dem Lagerplatz befinden. Unterdessen begann es zu regnen. Draußen regnete es, aber in der Baracke goß es wie aus Kannen, denn man hatte für den Luftdurchzug ins Dach Löcher eingeschnitten. Wir saßen zusammengekauert einer neben dem anderen, denn in solchem Regen zu liegen war unmöglich. Das war für uns eine schreckliche Misere. Man war völlig durchnäßt, unausgeschlafen und nach einer ganztägigen Arbeit ermüdet,

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