nach oben und gab es dem Untersturmführer ab, der den In- halt in ein Leinensäckchen schüttete und das Sieb wieder zu- rückgab.
Die Arbeit der„Aschkolonne“ sah folgendermaßen aus: Einige Männer brachten die Asche in einem Korb auf den Platz. Hierher kamen andere, entnahmen davon Asche mit ihren Sieben und gingen damit zu der Stelle, wo gesiebt wurde. Die feine Asche ging hindurch, und Knochen und Me- talle blieben in den Sieben.(Es waren Siebe, wie sie in der normalen Wirtschaft für das Durchsieben von Mehl bestimmt sind.) Nach dem ersten Durchsieben der Asche setzten sich die Männer mit dem Sieb auf eine Bank und sahen nach, ob sich zwischen den darin zurückgebliebenen Knochen nicht auch Metalle befanden. Danach warfen sie die Knochen auf die aus Steinen hergerichtete Fläche und zerstießen sie mit Stampfern aus Buchenholz so lange, wie sie sich zerschlagen ließen. Nachher säuberten sie die Platte und warfen die nicht zerstoßenen Reste von Knochensplitt auf den Haufen, von dem sie das erstemal die Asche genommen hatten. Von hier gelangte der Staub von neuem in die Siebe, mit denen er noch einmal gesiebt wurde. Die Knochen, die auch dies- mal nicht durch das Sieb gingen, wurden nochmals ins Feuer geworfen.
Von dieser Arbeit kehrten die Männer abends schwarz wie Mohren zurück, denn den ganzen Tag hindurch schwebte über dem Platz, wo sie arbeiteten, ein furchtbarer Staub, der vom Durchsieben herrührte.
Dienstag, der 22. Juni. Der Gefangene, der hinter Gittern sitzt, bedauert, daß er sich nicht in der Freiheit befindet wie die anderen Menschen, aber immerhin ist ihm leichter zu- mute, als wenn man ihn auf irgendeine, von der übrigen Welt gänzlich abgeschnittene Insel gebracht hätte. Hier, wo wir arbeiteten, gab es außer Leichen, unseren Mördern, Feuer und Hügeln ringsherum niemanden und nichts. Hier gab es
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