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Im Feuer vergangen : Tagebücher aus dem Ghetto / mit einem Vorwort von Arnold Zweig ; übertragen von Viktor Mika
Entstehung
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Der Sonnabend und der Sonntag waren nun vorüber, und wieder hatten wir eine neue Woche voll Leiden und schwerer Arbeit vor uns. Wer wußte übrigens, ob es eine ganze Woche sein würde? Vielleicht würden es nur ein paar Tage, aber vielleicht auch nur eine Stunde sein? Aber immerhin— wie- der ein Tag, wieder eine Nacht... Der Befreiung näher, aber noch näher dem Tode.

Montag, der 21. Juni. Der Tag begann wie gewöhnlich mit dem Frühstück, mit dem Marsch in die Schlucht und mit dem Sitzen auf den Leichen. Nach dem Appell begaben wir uns an die Arbeit. Um 10 Uhr kam ein Auto an. Man rief uns. Wir sollten etwas abladen. Auf dem Auto lagen große Steine. Es waren vom jüdischen Friedhof gebrachte Grabsteine. Jeder Stein wog 300-400 kg, und diese Steine mußten wir nach unten in die Schlucht transportieren. Man kündigte an, dem- jenigen, der einen Stein fallen ließe, den Schädel einzu- schlagen.

Wir schafften die Steine glücklich hinüber, ordneten sie zu einem Quadrat und gossen dann alle Spalten mit Zement aus. Einige Schritte davon entfernt planierten wir einen kleinen Platz. Dieser Platz diente zum Verbrennen der Kno- chen, die man aus dem Feuer herausgebracht hatte. Auf der gegenüberliegenden Seite planierten wir eine Stelle für die Asche und auf der dritten Seite eine für die Knochen, die durch ein Sieb nicht hindurchgingen. Neben diesem Platz stellten wir Bänke zum Sitzen auf. Das war ein neuer Ar- beitsplatz, an dem schwächere Männer arbeiteten— die „Aschenbrigade“ oder„Aschkolonne“. Diese Brigade hatte die Aufgabe, die Knochen zu ganz feinem Staub zu zerstoßen, der so fein war wie Luxusmehl. Dabei mußte man alle zwi- schen den Knochen vorgefundenen Metalle extra heraus- nehmen. Wertvolle Sachen, wie Gold und Platin, mußte man gesondert in ein spezielles Sieb werfen, das sich neben den

Bänken befand. Abends nahm der Brigadier das Sieb mit

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