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Im Feuer vergangen : Tagebücher aus dem Ghetto / mit einem Vorwort von Arnold Zweig ; übertragen von Viktor Mika
Entstehung
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mit der Stadt keine Verbindung, wie sie im Lager immerhin noch existierte. Ich hatte das Empfinden, daß ich niemals mehr einen lebenden Menschen zu sehen bekäme, außer mei- nen Kameraden, die jetzt eine Familie geworden waren. 122 Menschen, die ein gemeinsames Schicksal, eine gemein- same Arbeit und gemeinsame Gedanken hatten. Wir dach- ten daran, wie man all das überleben könne, um den Tod unserer Familien zu rächen.

Wir verließen das Gefängnis wie immer und begaben uns zur Arbeit. Eigentlich hatte uns niemand vom SD gesagt, daß wir abends nicht mehr ins Lager zurückkämen, aber zwei Schupos hatten uns dieses Geheimnis verraten. Nur wenige unter uns glaubten daran, die anderen wollten es alle nicht glauben. Wie gewöhnlich begab sich unsere Brigade aus der Schlucht auf den Bau. Heute beendeten wir die Umzäunung des Platzes, auf dem sich ein von uns soeben erbauter Bunker befand. Mit besonderer Spannung erwarteten wir den Augen- blick, da es 4.30 Uhr sein würde, das heißt Arbeitsschluß. Um 4.30 Uhr hielt an unserer Pforte, durch die man in den Bunker ging, ein Wagen, auf dem der Schupo saß, der uns in der Regel bewachte. Man brachte das Abendessen für uns. Es stimmte also, wir blieben hier!

Hier in diesem Bunker würden wir wohnen. Der Bunker hatte eine Länge von 10 m, eine Breite von 5,50 m und eine Höhe von nur 1,50 m, als wäre es beabsichtigt gewesen, daß niemand jemals den Kopf heben könnte. In das Innere ging man einige Stufen hinunter. Eine Wand— eine natürliche— bildete der steil abgehauene Bergabhang. Die zweite und dritte Wand bestand aus Erde, die bis direkt an das Dach aufgeschüttet und festgestampft worden war. Vom Wege aus führten 6 Stufen auf den Hof, der mit Stacheldraht umzäunt war.

Gegenüber dem Pförtchen befand sich der Bunkereingang. Die Entfernung vom Eingang bis zum Pförtchen betrug etwa

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