3. KAPITEL
Die Arbeit auf den Piaski. Der Günstling des Untersturm- führers. Wenn der Balken aus den Händen rutscht Mittagessen zwischen Leichen. Ein Vater hatte zwei Töchter.
Der Traum
Ich wachte auf. Es dämmerte schon. Die Nacht, in der ich mich retten wollte, die meine letzte Hoffnung gewesen war— nun war sie vorüber. Jetzt war ich bestimmt verloren. Nach und nach erwachte die ganze Zelle. Man hörte Stöhnen. Wieder dieser verfluchte Tag. Ach Gott, womit habe ich mich so schuldig gemacht? Kann ich denn nicht mit einem gewöhn- lichen Tode bestraft werden, der für mich eine Erlösung wäre? Konnte uns denn in dieser Nacht nicht eine Bombe töten, damit wir endlich alles hinter uns hätten?
Ein Tag neuer Qualen und sicherlich der Tag unseres Todes.
Ich trat ans Fenster. Durch das Gitter sah man die Küche im Lager. Lagermorgen. Hier brauchte ich mich nicht mehr ins Klosett zu drängen. Plötzlich verschwanden die Menschen, um zum Appell zu gehen. Nun hatte ich den Tag erlebt, an dem ich nicht beim Appell zu erscheinen brauchte. Ich fürchtete mich nicht mehr vor dem„Todestor“, über das ich mich immer so sehr beklagt und dabei daran gedacht hatte, wie ich Gott dafür danken würde, wenn ich dieses Hindurch- gehen durch das Tor endlich los wäre. Nun war ich es endlich los, aber wer weiß, ob nicht zusammen mit dem Leben. Man hörte Musikklänge. Klänge dieser Musik, die gestern ver- gessen hatte, uns den„Todestango“ zu spielen, als wenn es bekannt gewesen wäre, daß man uns diesmal noch nicht hatte erschießen wollen.
Es war sieben Uhr. Die Tür öffnete sich. Man hörte die Stimme des Schupochefs, der im Range eines Zugführers war, „heraus“ rufen. Wir gingen alle hinaus. Wir setzten uns in
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