sie uns, sie zu retten. Ringsum war es voll von Leichen. Ihr Mund war geöffnet, als wollten sie sagen:„Wir sind doch eure Mütter, eure Väter, die euch erzogen und für euch ge- sorgt haben, und jetzt verbrennt ihr uns selbst, werft uns ohne Erbarmen ins Feuer.“ Wenn man ihnen erlaubte zu sprechen, würden sie vielleicht so etwas sagen, aber auch sie durften bestimmt nicht sprechen, denn auch sie wurden stän- dig bewacht. Aber möglicherweise würden sie sagen, daß sie uns alles verziehen hätten. Sie wußten, daß wir nichts aus eigenem Willen taten, daß wir unter der Knute und dem Revolver derselben Banditen standen, die sie erschossen hat- ten. Sie würden uns verzeihen, denn die Mütter oder Väter, die hier lagen, hätten bestimmt gern die größten Foltern er- tragen, wenn sie bloß wüßten, daß es ihren Kindern etwas hülfe. Aber was nützte das alles:
O Vater, hat man hier auch dich begraben, Konnt ich da nicht mit dir zugrunde gehn, Um heut schon alles hinter mir zu haben? Ich müßte nicht allein am Grabe stehn Und vor dem Tode deinen Leib verbrennen.
Wir standen zwischen Leichen Fuß an Fuß in Rinnsalen von Blut. Wir warteten, ohne zu wissen, ob es auf den Tod war oder vielleicht noch vorläufig auf die Rückkehr in den „Todeskerker“, in dem wir diese Nacht schlafen würden, wie die drei Brigaden vor uns.
Rings um uns herum auf der Anhöhe standen Schupos mit Gewehren in den Händen wie zu einem Angriff, wir hörten, wie einer dem andern zurief:„Hast du genug Kugeln?“ Wir sahen uns an: War das für uns? Aber das waren Kugeln, die für unsere Bewachung unterwegs vorgesehen waren.
Unser Oberjude Herches meldete den Menschenbestand. Wir waren 42 an der Zahl. Man hörte:„Rechts um!“ Jeder drehte
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