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Im Feuer vergangen : Tagebücher aus dem Ghetto / mit einem Vorwort von Arnold Zweig ; übertragen von Viktor Mika
Entstehung
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sich rechts um. Das Umdrehen geschah jedoch nicht so ein- heitlich wie im Lager, denn die Leichen, zwischen denen wir standen, waren uns im Wege.

Dann fiel der Befehl:Unterhaken. Und so kletterten wir in Fünferreihen die steile, glatte Wand hinauf. Sie hatten uns angekündigt, daß derjenige, der den Arm des anderen losließe, sofort eine Kugel bekäme. Nach einer Weile be- fanden wir uns schließlich dort oben, wo wir vor drei Stunden gewesen waren. Jetzt erst wagten die Menschen den Mund aufzumachen. Der Chef der Schupos sagte uns, an was für ein Reglement wir beim Gehen gebunden seien. Für das kleinste Vergehen drohte die Kugel.

1. Einer muß den anderen unterhaken

2. Der Abstand von einer Fünferreihe zur anderen darf nicht mehr als 50 cm betragen

. Man darf sich nicht umdrehen

4. Jeder hat den Kopf gesenkt zu halten

5. Man darf sich nicht unterhalten

Der Chef erinnerte uns noch einmal daran, daß für den Ver-

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stoß gegen das Reglement oder sogar für den Verdacht, daß jemand einen Verstoß zu begehen beabsichtigte, eine Kugel drohe. Darauf zählte er uns noch einmal, und wir hörten dann den Befehl:Vorwärts! Dabei fügte er noch hinzu: Aber langsam. Einer den anderen unterm Arm haltend, gingen wir mit gesenkten Köpfen in langsamem Schritt in Fünferreihen auf schlüpfrigem, sandig-lehmigem Boden vor- wärts. Wir gingen wie bei einem Begräbnis. Wir gingen nicht den Weg, den wir gekommen waren, sondern einen Weg, der eine direkte Verbindung zwischen den Piaski und dem Lager bildete. Fortwährend trafen wir auf Hügel und Löcher mit Wasser. Dieser ganze Weg war ein einziges Massengrab. Dieser ganze Weg sah aus wie ein weitgeöffneter Schlund. Es hatte den Anschein, als wolle er auch uns verschlingen. Als wären ihm die Leichen, die hier verscharrt lagen, noch zu-

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