Tagen ins Feuer gehen. Später würde eine andere Brigade kommen, neue Opfer, denen sie ebenfalls sagen würden, daß sie nach Zölkiew oder nach Böbrka führen, bis dann auch sie an diesem verfluchten Ort entsetzt halt machten.
Wir erhielten vom Scharführer Werkzeug und allgemeine Instruktionen, wie das Gebäude auszusehen hatte. Wir nah- men das Werkzeug in die Hände. Einer sah den anderen mit fragendem Blick an: Vielleicht bist du Tischler? Es stellte sich heraus, daß alle den gleichen Gedanken hatten. Jeder hatte damit gerechnet, daß jemand von den anderen wirk- licher Tischler sei und es daher möglich sein könnte, sich bei ihm irgendwie durchzuwursteln. Tischler war jedoch keiner von uns. Plötzlich sprach einer von uns den Scharführer an, der bemerkt hatte, daß wir von der Tischlerei keine Ahnung besaßen, und sagte, daß dort unter den übrigen Männern sich ein richtiger Tischler befände. Der Deutsche fragte nach dem Namen, und nach einer Weile erschien dieser Tischler bei uns. Unter seiner Leitung fingen wir mit der Arbeit an, obwohl er selber auch nicht viel mehr davon verstand als wir. Aber wir machten uns an die Arbeit, so gut wir konnten. Jeder von uns war neugierig, zu erfahren, was dort geschah, wo die anderen Juden waren, doch wir hatten Angst zu fragen, weil man sich nicht unterhalten durfte. Wir hörten nur, wie der Tischler zischte:„Ist das dort eine Hölle!“
Plötzlich befahl uns der Scharführer, die Arbeit zu unter- brechen und das Werkzeug zusammenzulegen. Wir stellten uns nebeneinander auf, und man befahl uns, unter Aufsicht in die Schlucht hinunterzugehen, wo das Feuer brannte. Nach einem Weilchen erblickten wir die übrigen Männer, die sich in Fünferreihen aufstellten. Das Feuer schlug uns ins Gesicht, der Rauch biß uns in den Augen, der Gestank schnürte uns die Kehle zu. Das Feuer prasselte und zischte. Manche Lei- chen, die im Feuer lagen, streckten die Hände aus, als bäten


