I-KAPITEL
Der letzte Tag im Lager
15. Juni 1943. Der Tag begann wie gewöhnlich. Um 4 Uhr war Wecken, man zog sich schnell an und drängte sich durch die Haufen zerlumpter und abgezehrter Lagerinsassen aus den Baracken hinaus. Jeder beeilte sich, denn gleich war Appell. Unterwegs hörte man von überallher Stimmen: „Wer braucht Schmierage, na? Für einen Zloty. Heißer Kaffee, Zucker, Butter, Wurst, ein viertel Brot, eine Portion Brot.“ Da es den Konsumenten im Lager an Geld fehlte, boten die Verkäufer— die übrigens nicht reicher waren als die Käufer— das Brot in Zehndekagrammportionen an. Dieses Verkaufssystem entsprach den Käufern, die sich nicht mehr als eine Portion für zwei Zloty erlauben konnten, wie den Ver- käufern, deren Kapital es ihnenin der Regel nicht ermöglichte, mehr als einen Laib Brot zu kaufen, das 18 Zloty kostete. Für den Gewinn konnte der Verkäufer daher eineZehndekagramm- portion für sich erzielen, das war soviel, wie die Portion Brot ausmachte, die der Lagerinsasse für den ganzen Tag erhielt. Zusammen mit den anderen beeilte ich mich, das zu erledi- gen, was man tun muß. Am Klosett hatte sich eine lange Schlange gebildet. An der Tür herrschte ein Durcheinander, man konnte weder hinein noch hinaus. Schließlich gelangte ich ins Innere. Hier war noch ein größeres Gedränge als am Eingang. Man hörte Schreie:„Mach mich nicht naß, wirf mich nicht um.“ Für ein Stück Papier konnte man einen Sitzplatz bekommen, natürlich im Hocken, weil man hier überhaupt nicht anders sitzen konnte.
Bei jedem augenblicklichen Besitzer eines Platzes stand eine Schlange von Menschen. Jeder, der darauf wartete, an der
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