ausnehmend gutes Gedächtnis. Die Gespräche und Prüfungen mit ihm ergaben, daß er sich noch teilweise das dem Kindesalter eigen- tümliche und nur selten im reifen Alter auftretende sogenannte eidetische Gedächtnis bewahrt hatte.
Weliczker sieht genau und kann einmal gesehene Bilder nach Belieben aus dem Gedächtnis wiedergeben. Er sieht Zahlen und Worte, die er nur einmal auf dem Papier erblickt hat.
Außer den schon vorher angeführten Korrekturen und Kürzungen, habe ich audı gewisse Umstellungen vorgenommen, das ungeglie- derte Manuskript in Kapitel eingeteilt und sie mit Überschriften versehen, die eine annähernde Gliederung des Inhalts geben. Da die Kapitel häufig den ziemlich locker zusammenhängenden Stoff lediglich fortsetzen, enthalten sie überwiegend die chronologischen Etappen der Ereignisse, und nur einige handeln von abgeschlos- senen Begebenheiten.
Weitere Retuschen in diesem Tagebuch verbietet jedoch die Ab- sicht, den Charakter des Originals möglichst getreu zu bewahren, wie auch der Wille, es möglichst schnell in die Hände des Lesers zu geben.
Möge es in die Welt hinausgehen! Möge es der Wahrheit über den deutschen Faschismus dienen!“
Lödz, den 8. Februar 1946


