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Im Zeichen des Ungeistes / Rudolf Kriss
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angelangt, den Anführer der Gruppe auf unseren gültigen Entlassungs- schein hin, er nahm das Dokument zur Kenntnis, erwiderte nur kurz, er habe von der SS-Kommandantur Ast den Auftrag erhalten, uns so- fort zu verhaften. Wir möchten unsere Sachen holen und mitkommen. Unterdessen war der Tierarzt hinaus auf den Hof getreten, erklärte in mannhaften mutigen Worten, wir seien anständige Menschen, er trete unbedingt für uns ein und wenn uns ein Leid widerfahre, dann würde er sich bei der Regierung in Landshut beschweren. Dem SS-Häuptling war diese Intervention sichtlich unangenehm und als sich auch noch der Bauer selbst einschaltete und schneidig erklärte, er sei der Volks- sturmführer des Bezirks und würde uns auf alle Fälle nach Ast be- gleiten, üm den Sachverhalt aufzuklären, da schnitt er ein noch viel längeres Gesicht. Die Dinge gingen durchaus nicht nach seinem Wunsch; seitdem die Exekution auf kaltem Weg mißglückt war, trat von seinem Standpunkt aus eine Schwierigkeit nach der andern auf.

Immer noch goß es in Strömen, als wir auf lehmigen Feldwegen nach Schloß Ast geführt wurden. Erhard Neumayer, der sich so tapfer und selbstlos für uns eingesetzt, flüsterte uns zu, er ginge zunächst zum Bürgermeister und käme uns dann sofort aufs Schloß nach. Als ich ihn nicht mehr sah, wurde mir doch recht bänglich zu Mut. Mit gutem Grund: denn wir wurden ohne weitere Umstände in einen Gang des Schlosses gebracht, wo uns ein höherer SS-Offizier entgegentrat und sofort den Befehl gab,alle fünf mit dem Kopf an die Wand! Ich dachte, na, jetzt hat unser letztes Stündlein geschlagen. Doch wieder einmal sollte sich alles zum Besseren wenden. Nach wenigen Minuten erschien unser tapferer Freund, schlug einen erheblichen Krach und ließ sich auch durch die Drohung des Offiziers, er lasse ihn, wenn er frech werde, einsperren, keineswegs erschüttern. Es setzte eine leb- hafte Debatte ein, in deren Verlauf Erhard Neumayer verlangte, die Gefangenen müßten, wenn schon nicht befreit, so zum mindesten, falls der Herr Hauptmann die Gültigkeit des Entlassungsscheines anzwei- felte, nach Landshut zurückgebracht werden. Endlich ließ sich der Hauptmann, der nun doch peinliche Konsequenzen befürchtete, zu einem Telefongespräch nach Landshut herbei, in welchem er dem Ge-

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