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Im Zeichen des Ungeistes / Rudolf Kriss
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VORWORT

Das vorliegende Buch bildet den 4. Band meiner unter dem Titel: Schicksal und Wesenheit niedergelegten Lebensbeschreibung. Wenn ich ihn als ersten und gesondert dem Druck übergebe, so bedarf dies einer kurzen Erklärung.

Jeder der vier Einzelbände behandelt einen ganz bestimmten, klar um- rissenen Zeitabschnitt innerhalb meines Lebens, der jedoch nicht äußer- lich allein nach der Zeit charakterisiert ist, sondern sich von innen her als eine geistige Entwicklungsphase kennzeichnet. Der erste Band ent- hält meine Kindheit und endet mit dem Tode meines Vaters, der mir das Tor zu einem freien eigenständigen Wachstum öffnete. Der zweite Band umfaßt gewissermaßen eine Periode des Überganges; er schildert den Prozeß des allmählichen Heranreifens bis zu dem Punkt, an dem sich ein deutlich greifbares Ziel vor meinem geistigen Auge zeigt. Dem- entsprechend beginnt der dritte Band mit meiner endgültigen Hin- wendung zur Wissenschaft, näherhin der Volkskunde und Religions- geschichte als Lebensberuf und schließt mit der Eröffnung des von mir gegründeten Museums für religiöse Volkskunde in Wien, welches Er- eignis einen vorläufigen Abschluß auf diesem Weg darstellte. Während sich jedoch die drei ersten Bände nach Geschehnissen, die lediglich für meine privaten Lebensverhältnisse von Belang sind, glie- dern, umfaßt der vierte Band die Periode des Einbruchs der Politik in meinen bisher den öffentlichen Dingen fast völlig abgewandten Lebens- stil. Aus diesem Grunde kann er aber auch in erster Linie das In- teresse der Allgemeinheit beanspruchen; Beginn und Ende dieser Phase(19361945) sind zudem so deutlich sichtbar, daß sich die zeit- liche Umgrenzung zusammen mit der inhaltlichen Selbständigkeit gleichfalls ohne Schwierigkeiten wie von selbst darbietet.