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Im Zeichen des Ungeistes / Rudolf Kriss
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die Leute von SS-Mannschaften bewacht worden, die alle Personen mit Erschießen bedroht hätten, die es wagten, den Häftlingen etwas zu- zustecken. Auch seien viele Gefangene während des Transportes ‚er- schossen worden und der Volkssturm habe den Auftrag erhalten, die Leichen am Straßenrand zu beerdigen. Das waren trübe Aussichten, aber sie. konnten mir trotzdem meine innere Sicherheit nicht nehmen.

Abermals wurden wir auf Leiterwagen verladen und bei dieser Gele- genheit traf ich meinen Kameraden Ferdinand Baader, dem es etwas später gelungen war, sich gleichfalls vom großen Haufen zu lösen. Wir

beide bildeten in der Folge mit noch drei weiteren Gefangenen eine

feste Gruppe, die stets beisammen blieb. Diesmal kamen wir nur bis Postau, wo es den Wärtern nicht mehr gelang, für uns ein Fuhrwerk aufzutreiben. Langsam trotteten wir zu Fuß weiter; wer aus unseren

Reihen es nicht wirklich war, markierte die Müdigkeit, da wir alles

taten, um den Abstand zur Hauptgruppe möglichst zu vergrößern.

Denn das Einholen derselben, an das die Beamten immer noch glaub- ten, wollten wir auf alle Fälle vermeiden. Die Brutaleren unter ihnen, die auch jetzt noch nicht begriffen, was die Zeit geschlagen hatte, trieben uns sogar mit Stockhieben zur Eile an. Von einem solchen Büttel erhielt auch ich einmal einen so kräftigen Schlag auf den Rücken, daß ich zu Boden stürzte und mir die Hose zerriß. Aber es nutzte alles nichts, wir kamen trotzdem nicht schneller vorwärts!

Das Erfreulichste an diesem traurigen Marsch war die offenkundige Sympathie der Bevölkerung mit uns. In jedem Dorf fanden sich mit- leidige Seelen, die uns heimlich eine Scheibe Brot zusteckten oder ganze Laibe den Wachtmeistern zur Verteilung an uns übergaben. Nur in Essenbach gab es einen Zwischenfall. Eine gutherzige Bäuerin war uns mit einem ganzen Korb voll Brot eigens nachgeradelt und als sie den Inhalt austeilen wollte, stürzte ein ganz unbeteiligter Mann aus einer Villa heraus, entriß ihr mit groben Beschimpfungen, wieso sie sich unterstehen könne, derartige verworfene Menschen auch noch zu unterstützen, den Korb und nahm den Inhalt kurzerhand an sich.

Am späten Abend des zweiten Tages kamen wir bis Altheim, zehn

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