kampfes, der sich über Straubing abspielte. Eines der Flugzeuge
stürzte hundert Meter von uns entfernt brennend ab. Zu Mittag raste- ten wir eine Stunde am Straßenrand. dann setzten wir die Wander- schaft fort. Unsere Hoffnung, die Amerikaner, die kurz nach unserem Wegzug Straubing erobert hatten, würden uns nachfolgen, erfüllte sich nicht, da sie in Richtung Passau weiterzogen.
Ich begann darüber nachzudenken, was aus uns werden sollte, wenn
wir, wie vorauszusehen, Dachau nicht innerhalb der vorgesehenen Frist erreichen sollten. Der Proviant war so spärlich bemessen, daß ich eine Hungerkatastrophe befürchtete und zu überlegen begann, wie ich von dem Zug der Dreitausend wegkommen könnte. Eine direkte Flucht war wegen der guten Bewachung schwer möglich, es mußte ein anderes Mittel gefunden werden. Am späten Nachmittag bot sich mir eine solche Gelegenheit. Wir waren in Mengkofen angelangt, wo sich etwa 50 Häftlinge für außerstande erklärten, noch weiter zu mar- schieren. Ich gesellte mich_zu ihnen, blieb einfach am Straßenrand sitzen und wartete, bis der Zug des Leidens an uns vorüber war. Da wir die ersten waren, die zurückblieben, hatten die Beamten Mitleid und organisierten bei den Bauern zwei Leiterwagen, die später je- weils in größeren Dörfern abgelöst wurden, So-sollten wir in Etappen dem Hauptzug nachgefahren werden.
Es war dies ein guter Gedanke und seine segensreiche Wirkung zeigte sich noch am selben Abend. Denn fünfzig Leute sind leichter unter- zubringen und zu versorgen als dreitausend. Während die anderen im Freien am feuchten Boden nächtigen mußten, fanden wir in Weng einen geräumigen Stadel, wo wir am Boden auf etwas Heu recht gut schliefen und am Morgen ein lang entbehrtes reichliches Frühstück erhielten. Es war ein größerer Bauernhof und der Besitzer hatte mit uns offensichtlich Mitleid. Ein jeder bekam erst einen Liter heiße Vollmilch und dann noch einen Liter Magermilch zu.trinken, und dazu noch eine reichliehe Menge von gekochten Kartoffeln als Proviant mit auf den Weg. Die Tränen traten uns in die Augen aus Freude über soviel Menschlichkeit. Das Gesinde im Hof erzählte uns, tags zuvor sei gleichfalls ein Gefangenentransport hier durchgezogen, doch seien
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