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Im Zeichen des Ungeistes / Rudolf Kriss
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Endlich nach drei Wochen atemloser Erwartung schien es soweit zu sein! Am Montag, den 23. April, teilte uns der Amtmann mit, Regens- burg sei gefallen und Straubing werde, nachdem die Nazi-Beamten geflüchtet und der alte Bürgermeister aus der Zeit vor 1933 wieder sein Amt übernommen habe, kampflos übergeben. Wir sollten sofort die Führerbilder abhängen und die nationalsozialistische Literatur zum Verbrennen in den Keller tragen. Noch nie haben wir einem Befehl so gern Folge geleistet! Die Vernichtung des großen Führerbildes ge- staltete sich zu einer richtigen Zeremonie. Ich, der ich am kürzesten gesessen, durfte es von der Wand nehmen. Klaes entfernte den Rah- men, und Lipp, der am längsten von uns im Zuchthaus gelebt, hatte das Vorrecht erhalten, es zu zerreißen. Zum ersten Mal legten wir uns an jenem Abend freudig ins Bett! Rechneten wir doch bestimmt

für den nächsten Morgen mit unserer endlichen Befreiung!

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