denn? Wo sans’n geborn? San’s verheirat’? Habn’s Kinder?“ Letztere
Frage war stereotyp und er stellte sie auch dann, wenn die vorher- gehende eben mit nein beantwortet war.
Auch unter den Gefangenen gab es sonderbare Kunden. Baader und ich mußten gewöhnlich Fieber messen, weil die Herren Wachtmeister dazu viel zu bequem waren. Man verteilte Thermometer dabei zuerst der Reihe nach in den. einzelnen Zellen, dann fing man wieder beim ersten Gefangenen mit dem Ablesen der Temperatur an. War da ein- mal einer dabei, der sagte:„selber messen kann i mi net, weil i hinten nix siech!“, darauf Baader:„Nacha sag i dem Wachtmeister, daß er Dir morgen nix zum Fressen bringt, wenn’s’d in deine Löcher
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alloa’ net eini findst!“ Am nächsten Tag konnte er es auf einmal, lag aber im Bett drinnen mit einer Miene, als litte er die schrecklichsten Schmerzen. Mir schwante nichts Gutes, ich hob ein wenig die Decke auf und konnte das Thermometer zuerst gar nicht finden, bis ich bemerkte, daß er es so weit hineingesteckt hatte, daß man gerade das äußerste Ende sah und es kaum fassen konnte.:
Während der Arzt eine sympathische Persönlichkeit war, konnte man dies vom Zahnarzt nicht behaupten. Dieser erschien nur jeden Mitt- woch und war, ehrlich gesagt, ein Schmutzfink. Seine Kunst’beschränkte sich im’ Wesentlichen auf’s Zahnreißen und wenn ich nach seinem Ab- gang das Ordinationszimmer reinigen mußte, dann war der Boden bespritzt mit Blutflecken und im ganzen Raum lagen die ausgerissenen blutigen Zähne verstreut umher. Er war viel zu schlampig, um sie in den dazu gehörigen Behälter zu werfen, sondern schmiß sie in hohem Bogen hinter sich auf die Erde. Die Instrumente lagen stundenlang im Wasser und waren total verrostet. Ich mußte sie nachher mit einem alten Handtuch notdürftig abreiben und in den Instrumentenkasten legen. Mit diesen mangelhaften Werkzeugen stocherte er den Patien- ten in den Mäulern herum und es ist nur zu verwundern, daß dabei kein größeres Unheil geschah.
Herr Ha. war im Gegenteil pedantisch sauber und konnte einem lange Vorträge halten, wie man den Besen halten müsse, ob man naß,
trocken oder halb-trocken reiben solle und ähnliche Dinge.
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