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den Gang und die Ärztezimmer reinigen mußten und zu den drei Mahlzeiten als Kostträger über, den Hof in den Küchentrakt geführt wurden. Unser Stationswachtmeister Herr E. war intelligent und be- wahrte einen kameradschaftlichen Ton, nur war er fast ein wenig eifersüchtig auf meine Vorzugsstellung beim Herrn Verwalter. Zum Beispiel hatte es mir der Verwalter als einzigem Gefangenen erlaubt, am Samstag Nachmittag in seiner Emaille-Badewanne zu baden, was nicht einmal die Wachtmeister‘durften, da sie nur für ihn allein be- stimmt war. Die übrigen Gefangenen konnten sich nur unter die Brause stellen oder bestenfalls eine alte verrostete Eisenwanne be- nützen. Herr E. ließ gelegentlich eine Bemerkung darüber fallen, bis ich sagte, am Samstag sei ja doch der Herr Verwalter nie da und er könne nach mir ohne Sorge in die schöne Badewanne steigen. Herr E. meinte:„Eigentlich gar keine schlechte Idee, aber Sie müssen halt
unterdessen aufpassen, für den Fall, daß der Verwalter unerwartet
daherkäme.“ So trat die seltsame Situation ein, daß der Herr Gefan-
gene für den Wachtmeister Schmiere stehen mußte, damit dieser nicht vom Herrn Verwalter bei verbotenem Tun erwischt würde.
Im Gegensatz zu Herrn E. war der Hilfswachtmeister N. das größte Rindviech, das mir: jemals im Leben begegnet ist. Er sah aus wie ein Ziegenbock, war zuweilen auch boshaft wie ein solcher, im an hatte er ständig ein maskenhaftes Grinsen auf den Lippen, steckte den Kopf zwischen die Schultern und wußte nie was er wollte. Im Grund war er feige und traute sich nie allein in die Gemeinschafts- %ellen hineinzugehen. Da wurden stets wir Hauseln vorausgeschickt, er folgte zögernd nach, die Hand an der Pistole: ‚Sie, gehngans nei“, „na, gehngans liaba da net nei! Oder ja, gehngans doch neil“, so redete er ständig unsicher hin und her. Oder beim Kostfassen:„Vor- wärts marsch! Halt! Bleibens doch stehn! Vorwärts!, ja gehngans doch weiter!, halt! Warum bleibns denn net stehn!“, so klingt’s mir heute noch in den Ohren.\
Wenn ein Patient, der 40 Grad Fieber hatte, und kaum noch richtig zu denken vermochte, am Abend ein Schlafmittel erhalten sollte, dann
stellte er sich umständlich vor sein Bett und fragte:„Sie, wia hoassens
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