Terz ene
den Krieg begonnen hätten, auf dieselbe Stufe. Es kann wohl sein,
daß ich mich in meinen Antworten zu weit hinreißen ließ und die Äußerung, daß der Nationalsozialismus Persönlichkeiten nicht gelten lasse und die Menschen zu Lügnern erziehe, ist auch tatsächlich ge- fallen. Aber den Schlußsatz, der in meiner Verhandlung eine so große Rolle spielte, daß der Nationalsozialismus nur Blut und Elend über das Volk bringe und verschwinden müsse, habe ich in dieser schroffen Form wohl kaum ausgesprochen. Denn ich wußte ja doch schließlich, wen ich vor mir sitzen hatte. R... behauptete aber auch noch in der Verhandlung steif und fest, ihn gehört zu haben. Ich glaube dabei nicht einmal, daß er bewußt log, sondern nach Art der politischen Ver- sammlungsredner bildete er sich wohl ein, eine Ansicht, die er mir, wie ich sagen muß mit Recht zutraute, auch in der Wirklichkeit ver- nommen zu haben.
Trotzdem schieden wir nicht im Unfrieden, vielmehr begleitete mich R... bis an die Gartenpforte seines Häuschens und versprach sogar, mich in den nächsten Tagen aufzusuchen, um sich das Manuskript von Angerer abzuholen. Zuletzt äußerte er sogar noch:„Und das, worüber wir gesprochen haben, bleibt selbstverständlich unter uns.“ Ich bezog diese Worte weniger auf mich als auf ihn, da ich glaubte, er wünsche nicht, daß seine Anwürfe gegen das christliche Brauchtum den Weih- nachtsschützen zu Ohren kämen, da er mit jenen schon wiederholt Kontroversen über dieses Thema gehabt hatte.
Ich ging also beruhigt weg und dachte an nichts Böses. Als am 11. Jan. in der Frühe zwei Gestapo-Beamte bei mir in der Koppenleiten er- schienen, um eine Haussuchung vorzunehmen, da erinnerte ich mich nicht im entferntesten an das Gespräch mit R..., sondern vermutete, daß man ganz im allgemeinen jetzt die Zeit für gekommen hielte, mich wegen: meiner Stellung bei den Weihnachtsschützen' zu belangen. Die Haussuchung verlief natürlich ergebnislos, trotzdem brachte man mich, wie man zuerst vorgab, zu einem Verhör auf das Büro der Gestapo zum Kriminalrat Schmidbauer, einem widerlich fetten Kerl, mit dem Gesicht eines brutalen Bullenbeißers.
...... ER. EN Er erklärte mir, er müsse mich wegen eines politischen Gesprächs in
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