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Im Zeichen des Ungeistes / Rudolf Kriss
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war und es, wenn auch die Tendenz deutlich hervortrat, keine direkten

politischen Angriffe enthielt, hatte ein nachträgliches Verbot keinen Sinn mehr und die Parteigrößen mußten erkennen, daß sie überlistet worden waren. Immerhin spitzte sich die Situation von diesem Zeit- punkt an so zu, daß ich täglich mit einer Haussuchung oder Verhaftung rechnete und alles verdächtige Schriftenmaterial aus dem Hause räumte. Daß meine als Privatdruck erschienenen Novellen, die ja zwei sehr verdächtige Erzählungen enthielten, nicht doch durch einen dum- men Zufall in unrechte Hände gerieten, ist tatsächlich als ein Wunder zu betrachten, hatte ich sie doch in über hundert Exemplaren an meine Bekannten verteilt.

Allerdings war die Belastung meiner Nerven eine große und die innere Spannung wuchs von Tag zu Tag, zuweilen empfand ich sie fast als unerträglich. Aber niemals wäre es mir eingefallen, von dem als rich- tig erkannten Weg abzuweichen und das bedingungslose Vertrauen meiner Schützenkameraden machte mich innerlich nur stärker. Wir fühlten uns wie richtige Verschworene und trotz allen Verdrusses freuten wir uns wie die Lausbuben, wenn wieder einmal ein Streich gelungen war. 5

In diesem Zusammenhang muß ich noch die Geschichte eines jungen Bauern erzählen, weil sie in indirekter Verbindung mit meiner Ver- haftung steht. Ich lernte Hans Angerer im Herbst 1942 kennen. Als Hitler im Jahre 1935 auf dem Weg der Zwangsenteignungen das

Areal des Obersalzberges an sich brachte, war sein elterliches Anwesen-

jenen Gewaltmaßnahmen zum Opfer gefallen. Er selbst wurde als

Zollbeamter nach Obergurgel in Tirol versetzt. Obwohl es ihm dort.

nicht schlecht ging, konnte er es vor Heimweh nicht aushalten und sehnte sich zurück nach Berchtesgaden und seinem bäuerlichen Lebens- stand. Aus diesem Grunde kam er zu mir mit der Bitte, ihm beim Erwerb eines kleinen Bauernanwesens in Ramsau behilflich zu sein. Da mich seine Zielstrebigkeit und das tiefe Verwachsensein mit der Heimaterde rührte, sagte ich ihm meine finanzielle Unterstützung zu. Im Verlauf unseres Gespräches erzählte er mir unter anderem, daß

ihn das Heimweh in der Fremde so geplagt habe, daß er auf die Idee

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