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Die Partei hätte den Verein am liebsten ganz aufgelöst, getraute sich jedoch nicht, das zu tun, da Adolf Hitler seit 1933 Ehrenmitglied der Vereinigung war, und wir diese Tatsache stets geschickt als Aushänge- schild für unsere Unantastbarkeit benutzten. In allen Streitfragen ver- schanzte sich Brandner klug hinter diese Ehrenmitgliedschaft und er- klärte dem Kreisleiter, jede Änderung der überkommenen Gepflogen- heiten müsse er dem Führer persönlich vortragen. Da diese Mösglich- keit tatsächlich bestand und die Partei doch nicht wußte, wie ange- sichts der, wegen des Krieges offiziell zurückgestellten, Kirchenfrage die Sache entschieden würde, so setzten wir tatsächlich den Weiter- bestand des Vereins wie die unverfälschte Erhaltung seiner Sitten immer wieder durch. An Intrigen fehlte es freilich nie. Da man Brand- ner- für die treibende Kraft hielt, wollte man sich zunächst seiner Person entledigen und erreichte dies dadurch, daß man ihn als ein- zigen Postbeamten Berchtesgadens an ein Feldpostamt in der Ukraine versetzte. Der erwartete Erfolg blieb aus, da die ganze Vorstandschaft der Weihnachtsschützen einen einigen Block bildete und der neue Vor- stand, Fleck Steffi, gemeinsam mit mir die Leitung des Vereins im alten Geist fortführte.
Während des Kirchenkampfes stand ich selbst mehr im Hintergrund; ‚ erst mit dem Erscheinen meines Büchleins über das Berchtesgadener Weihnachtsschießen und verwandte Bräuche begannen sich die Ver- folgungen mehr und mehr gegen mich zu richten, da man mich für das geistige Oberhaupt unserer Organisation hielt. Die Partei verlangte Einsichtnahme in das Manuskript meines Buches, da sie von. meinen literarischen Plänen Wind bekommen hatte. Ich ignorierte aber dieses, da es sich um ein wissenschaftliches Werk handelte, völlig unberech- tigte Verlangen und hielt die Drucklegung solange geheim, bis das Buch fix und fertig vorlag. Ehe es noch in der Öffentlichkeit verkauft wurde, verteilte ich die ersten 500 Exemplare unmittelbar an die Ver- einsmitglieder. Erst hinterher überbrachte ich mit der unschuldigsten Miene ein Stück dem Kreisleiter persönlich; auch der Führer und andere hohe Parteibonzen erhielten Dedikations-Exemplare. Da das
Buch auf diese Art nun doch schon in der Öffentlichkeit verbreitet


