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Im Zeichen des Ungeistes / Rudolf Kriss
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und die Zukunft geistig vorbereiten half. Es entstanden damals das

Büchlein über das Berchtesgadener Weihnachtsschießen, das zu Weih- nachten.1941 erschien und das umfassendere Manuskript über Sitte und Brauch im Berchtesgadener Lande, das ich im Oktober 1943 ab- schloß. Auch das kleine Werk von Zaborsky über die Berchtesgadener Tracht, das zu Weihnachten 1943 herauskam, ist unter meiner wesen- haften Mitwirkung entstanden.

Der künstlerische Zweig meiner Schriftstellerei lag ebenfalls nicht völlig brach. Es entstanden einige Novellen, zu deren Gestaltung mich teils die Erinnerung an eine schönere Vergangenheit, teils die Leiden der Gegenwart mit innerer Notwendigkeit zwangen. Einige davon sind als Privatdruck im Jahre 1942 erschienen.

Wenn ich nun noch die bedeutsamsten Begegnungen, die in jene Zeit fielen, schildere, so sind diejenigen mit den hochverehrten Göttern meiner musikalischen Welt, Richard Strauß und Hans Pfitzner als die wichtigsten anzuführen. Die meisten Menschen behaupten, man könne nur Strauß oder Pfitzner schätzen, ich liebe aber dennoch beide, wenn auch mit ganz verschiedenen Seiten meines Wesens; Strauß mehr mit der triebhaft musikalischen, Pfitzner vorwiegend mit der unsinnlich geistigen. Strauß bezwingt mich mit der Klangfülle und schwelgerischen Melodik.seiner Werke, ich lasse mich von ihm bezaubern wie die Schlange von einem indischen Fakir, es ist beinahe so, daß meine Natur ihm willenlos erliegt und hingegeben ist. Der irdische Mensch ist es in mir, den er beherrscht. An Pfitzner fesseln mich seine meta- physische Tiefe, die herbe Schönheit und fast rituelle Strenge der Linienführung. Es ist der Philosoph, der dem Diesseits abgekehrte Mensch, meine ideelle Persönlichkeit, die ihm zugehört, daher ich Pfitzner ja auch die Vorrangstellung einräume. BeimPalestrina, den ich, wenn ich von Pfitzner spreche, stets in erster Linie meine, ist es vor allem das Gesamt-Kunstwerk, das ich bewundere. Den Text halte ich für gleichbedeutend mit der Musik. Er führt uns in aller- letzte Tiefen der Schöpfungsgeheimnisse und die Musik unternimmt es, das Innerste, das sich auch noch dem künstlerisch geformten Wort

entzieht, kongenial auszudeuten.

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